Salzwedel l Der Revierkriminaldienst der Salzwedeler Polizei arbeitet nach Angaben von Revierleiter Sebastian Heutig „mit Hockdruck“ an der Aufklärung der Massenschlägerei, die sich in der Nacht zu Sonntag (7. Juli) in der Neuperverstraße / Ecke Wallstraße ereignete. Etwa 20 Personen aus dem linken und rechten Spektrum gerieten dort offensichtlich gegen 1.30 Uhr aneinander, wie die Polizei am Montag (8. Juli) bestätigte. Zwei Personen wurden dabei verletzt.

Nach dem aktuellen Ermittlungsstand der Beamten schilderten die bisher vernommenen mutmaßlichen Opfer und Zeugen den Vorfall wie folgt: Gegen 1.32 Uhr trafen die ersten Polizeikräfte an der Wallstraße auf Höhe der Sparkasse sechs Personen an. Diese berichteten, Opfer eines Überfalls geworden zu sein. Als Tätergruppe wurden 10 bis 15 Personen angegeben, „die dem linken Klientel zuzuordnen sind“, so die Angaben aus dem Revier. Zu dieser Gruppe sollen auch einige Migranten gehört haben.

Augenverletzung durch Reizgas

Gemeinsam sollen sie die Sechsergruppe angegriffen haben. „Unter den Geschädigten, die dem rechten Klientel zuzuordnen sind, befanden sich zwei Personen mit Verletzungen“, so Revierleiter Sebastian Heutig auf Nachfrage der Volksstimme weiter.

Eines der Opfer hatte Verletzungen im Augenbereich, augenscheinlich durch Reizgas verursacht. Eine weitere Person erlitt eine Platzwunde am Kopf, die von einem Flaschenwurf herrührte. Beide Verletzte wurden zur ärztlichen Versorgung ins Salzwedeler Altmark-Klinikum gebracht.

Noch in der Nacht wurden auch Kriminalbeamte des Salzwedeler Revieres zur Erstintervention und zu den anschließenden Ermittlungen hinzugezogen. Im Zuge einer Fahndung konnte in unmittelbarer Tatortnähe ein Täter aufgegriffen werden. Bei der Vernehmung eines Geschädigten am Montagvormittag wurden zwei weitere Personen bekannt, „die als mögliche Täter anzusehen sind“, erklärt Heutig.

Auslöser bisher nicht bekannt

Einen konkreten Anlass oder einen Auslöser für die Gewalt kann die Polizei bisher nicht nennen. Die Ermittlungen laufen weiter. Wie Sebastian Heutig betont, wird der Vorgang „fließend an den Zentralen Kriminaldienst, Fachkommissariat Staatsschutz der Polizeiinspektion Stendal übergeben, da die Beteiligten dem linken beziehungsweise rechten Klientel zugeordnet werden können“.

Weil das Delikt als schwerer Landfriedensbruch klassifiziert wurde, sei die Polizeiinspektion federführend verantwortlich, erläuterte Heutig. Der Revierleiter machte deutlich, dass die Salzwedeler Polizei „diese Vorfälle sehr ernst nimmt und sensibilisiert ist.“

Er kündigte an, dass künftig zu Schwerpunktzeiten die Polizeipräsenz im Stadtgebiet erhöht wird, um weitere derartige Gewalttaten nach Möglichkeit zu verhindern.