Altmarkkreis l Schon seit Jahren warnen die Amtstierärzte, dass ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Altmark nur eine Frage der Zeit ist. Nun ist die Gefahr wieder ein Stück näher gerückt, nachdem die Tierseuche Deutschland erreicht hat. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Veterinär-, Umwelt- und Ordnungsamt tagt regelmäßig, um im Ernstfall mit den geeigneten Maßnahmen gewappnet zu sein.

Inzwischen kann dabei auf Erfahrungen aus Brandenburg zurückgegriffen werden, wie Kreissprecherin Birgit Eurich am Montag (21. September) auf Nachfrage erklärte. So sei deutlich geworden, dass es beim Ziehen von Schutzzäunen um einen Ausbruchsherd, zu verschiedenen Problemen kommen kann, beispielsweise wenn Straßen die Kerngebiete kreuzen, berichtet sie. Es sei eine Herausforderung für die zuständigen Behörden in den betroffenen Landkreisen und ihre Helfer, die Sperr- und Pufferzonen einzurichten.

„Die Lage ist sehr ernst“, macht sie deutlich. Priorität hat dabei, die Hausschweinbestände vor einer Einschleppung zu schützen, denn das würde enorme wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen. Wird das Virus in einem Betrieb festgestellt, müssen alle Schweine sofort getötet und unschädlich beseitigt werden.

Bergetrupps gebildet und geschult

Schon im Februar hatte der Kreis bekanntgegeben, dass für den Seuchenfall Bergetrupps gebildet, geschult und ausgestattet worden sind. Sie kommen zum Einsatz, um verendete Wildschweine abzutransportieren. Dazu hat der Kreis zwölf Bergewannen, Koffer mit Material zur Probenentnahme und mit Schutzbekleidung sowie kilometerweise Wildzäune für die Sperrzonen angeschafft.

Eine eindringliche Bitte von Amtstierärztin Susanne Lehner geht an alle Schweinehalter, sich – falls noch nicht erfolgt – beim Veterinäramt als Tierhalter registrieren zu lassen. Nur dann sei es möglich, sie im Ausbruchsfall unverzüglich zu informieren und die gehaltenen Schweine bestmöglich zu schützen. Der Appell geht in erster Linie in Richtung der Halter von nur wenigen Tieren und Minischweinen.

Direkten Kontakt verhindern

Sie weist darauf hin, dass die Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweinehaltungen unbedingt einzuhalten und gegebenenfalls zu erhöhen sind. „Grundsätzlich ist jeglicher direkter und indirekter Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen zu verhindern“, erklärt sie. Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes würden die Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt kontrollieren. Dazu gehört unter anderem eine sichere Umzäunung der Stallanlagen.

Wichtig sei zudem eine effektive Früherkennung, informiert der Altmarkkreis in einer Pressemitteilung und bittet die Bürger um Mithilfe. Die Untersuchung tot aufgefundener Wildschweine sei eine wichtige Säule, um den Ausbruch der Tierseuche festzustellen und zügig reagieren zu können.

App erfasst Koordinaten

Wer verendete Wildschweine findet, sollte dies unverzüglich dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzeigen. „So können beispielsweise aufgefundene Wildschweinkadaver über die Handy-App Tierfundkataster gemeldet werden“, informiert die Kreissprecherin. Die App erfasse automatisch die dazugehörigen Koordinaten und informiere das zuständige Veterinäramt über den Fund. Alternativ können Funde toter Wildschweine unter der Telefonnummer 03901/84  04  16 oder über die E-Mail-Adresse Fallwild@Altmarkkreis-Salzwedel.de gemeldet werden.