Arendsee l Heidemarie Freiberg las in der Volksstimme (23. Dezember) über dunkle Bereiche in Arendsee und musste am eigenen Leib erleben, wie hoch das damit verbundene Unfallrisiko ist. Sie macht ihr Erlebnis nun öffentlich, um auf die Gefahren hinzuweisen. Die Arendseerin war kurz vor Heiligabend, am 22. Dezember, mit dem Fahrrad unterwegs. Auf der Straße Dessauer Worth – gegenüber dem evangelischen Gemeindezentrum Unterm Regenbogen – sah sie gegen 17.15 Uhr erst im letzten Moment einen Ast, der halb auf dem Gehweg und halb auf der Straße lag.

Sie riss den Lenker herum, um eine Kollision zu vermeiden. Dabei verlor sie aber das Gleichgewicht und stürzte mit voller Wucht auf das Kopfsteinpflaster der Straße. Eine Freundin war noch in der Nähe, und Anwohner kamen zufällig gerade vorbei. Sie halfen der Frau auf, die erstmal zu sich kommen musste. Heidemarie Freiberg kühlte wenig später die Blessuren. An mehreren Körperstellen hat sie blaue Flecken. Ein Zeh ist angebrochen. Zudem sind beide Knie geprellt.

Ein Krankenhaus-Aufenthalt blieb der Radfahrerin erspart, aber die Schmerzen werden sie noch eine Weile begleiten. Die Arendseerin machte im Volksstimme-Gespräch deutlich: „Zum Glück hatte ich dicke Winterhandschuhe an. Ansonsten hätten meine Hände wohl auch noch was abgekommen.“

Zu wenige Lampen an der Straße

Den von einem der Bäume heruntergefallenen Ast sah sie zu spät. An ihrer Fahrradbeleuchtung lag es nicht. Der Bereich gegenüber dem evangelischen Gemeindezentrum Unterm Regenbogen ist nachts einfach besonders dunkel. Dort mangelt es an Lampen. „Das ist nicht in Ordnung“ , zeigte sich Heidemarie Freiberg verärgert.

Zumal ein Stück weiter in Richtung Mühlenstraße zwar Lampen stehen, aber einige außer Betrieb sind. Das Problem besteht seit Monaten. Während die Schwierigkeiten an anderen Straßen noch vor Weihnachten behoben werden konnten, besteht im Bereich Dessauer Worth weiterhin erhöhtes Unfallrisiko. Dabei spielen auch die kommunalen Bäume eine Rolle. „Die müssten mal einen grundhaften Pflegeschnitt bekommen. Das ist seit Jahren nicht passiert“, meinte Heidemarie Freiberg mit Blick auf die Gehölze auf der Grünfläche direkt an der Fahrbahn. Während in anderen Arendseer Stadt-Regionen, wie an der Koloniestraße, mit Kettensägen in Kronen gearbeitet wurde, war die Straße Dessauer Worth bislang noch nicht an der Reihe. Etliche Äste liegen unten. Der Wind hat vom kommunalen Grund Exemplare vor das Gemeindezentrum geweht. Dort wird ein weiteres Pflegeproblem deutlich.

Gehwegplatten lose

Der Gehweg ist in einem miserablen Zustand. Dies wird auf dem ersten Blick sichtbar und beim Benutzen noch deutlicher.

Während Heidemarie Freiberg gestern von ihrem Unfall erzählte kam eine Frau vorbei, die sich plötzlich beim Gehen erschrak. Grund war eine zerbröckelte Gehwegplatte, die nur noch aus einigen losen Steinen besteht – auch kein Einzelfall. Der Gehweg an der Straße Dessauer Worth ist stellenweise marode. „Wer zum Beispiel auf einen Rollator angewiesen ist hat es schwer“, so Heidemarie Freiberg. 2021 soll ein Ausbau – zumindest eines Teilstücks der Piste – erfolgen.

Negative Eindrücke von Arendsee

Die Arendseerin ließ ihrem Unmut über den negativen Eindruck, den die Stadt an einigen Stellen hinterlässt, gestern freien Lauf. „Ich denke unter anderem an den Bereich Kastanienweg und die Bäume. Dort rutscht man auf dem Laub schnell aus. Und die Gestiener Straße darf auch nicht vergessen werden. Es fehlen Lampen, ein Großteil der Fahrbahn ist nachts einfach stockdunkel. Das ist eines Luftkurortes nicht würdig“, so die Seestädterin.