Arendsee l Monatelang suchte Jürgen Starck nach der Kreuzotter am Grünen Band und erklärte vor einigen Wochen gegenüber der Volksstimme, die Hoffnung nicht aufzugeben. Der Binder Naturschützer sollte Recht behalten, gestern gab es eine Erfolgsmeldung. Die seltene Schlange konnte nachgewiesen werden.

Jürgen Starck, der den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in verschiedenen Bereichen tatkräftig unterstützt, machte die Entdeckung am Grünen Band, Region Arendsee. Dort kontrolliert er regelmäßig sogenannte Schlangen-Zählstellen. Dabei handelt es sich um Bretter und Wellblechplatten. Schlangen nutzen diese zum Verkriechen und lassen sich besser finden.

Möglichkeiten zum Sonnen und Verstecken

Darüber hinaus hat der BUND im Rahmen des Projektes mehrere kleinere Bautätigkeiten umgesetzt. So wurden sichere Versteck- und Sonnenplätze, die geschützt vor Wildschweinen sind, angelegt. Die Koordinierungsstelle Grünes Band vom BUND kümmert sich darum. Fördermittel fließen vom Umweltministerium über das Programm „Artensofortförderung“. Das Projekt läuft bis Ende 2021. „Der jetzige Fund einer der vom Aussterben bedrohten Kreuzottern ist ein eindeutiger Beweis, dass sich die Bemühungen um das Biotop am Grünen Band auszahlen“, heißt es in einer Mitteilung von Projektleiter Dieter Leupold.

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Er unterstreicht, wie bedeutend die Entdeckung ist. In allen anderen Untersuchungsgebieten innerhalb der Altmark gab es keine Nachweise der Kreuzotter. Dazu gehören auch Bereiche, die in der Vergangenheit als Fundpunkte der Vipern bekannt waren. „Dies verdeutlicht nochmals die desperate Situation dieser Reptilienart“, unterstreicht Dieter Leupold.

Tagaktives Jungtier wächst noch

Die nahe Arendsee gefundene Kreuzotter gehört mit ihren etwa 25 Zentimetern zu den Jungtieren. Erwachsene Kreuzottern erreichen eine Durchschnittslänge von 50 bis 70 Zentimetern. Die Schlangen werden in freier Natur acht bis zwölf Jahre alt. Die Tiere sind tagaktiv mit Sonnenbädern vor- und nachmittags. Es handelt sich um Giftschlangen. Für Menschen sind sie aber ungefährlich. Von Oktober/November bis März/April fallen die Tiere in Winterstarre. Es folgen dann Paarung und Häutung in den Frühjahrsquartieren.

Jürgen Starck hat in diesem Jahr im Bereich der neu geschaffenen Schlangen-Domizile am Grünen Band übrigens nicht nur die Kreuzotter entdeckt. Er ist regelmäßig auf Tour und registrierte zudem eine Schlingnatter, ebenfalls selten. Dem Binder ist allerdings aufgefallen, die Nahrungsangebote sind für Schlangen alles andere als üppig. Mäuse, Eidechsen und Frösche gehören dazu. Dieter Leupold ist sich sicher: Der Bestand dieser Tierarten müsste im Grünen Band erhöht werden, damit sich die Kreuzotter weiter ausbreitet. Die Nachkommen werden von den Weibchen im August lebend geboren, wobei ein Wurf in der Regel fünf bis zehn Junge umfasst.