Arendsee l Der Streit um die Kurtaxerhebung von Kindern hatte Staub aufgewirbelt und war sogar von Landes- und Bundespolitikern aufgegriffen worden. Die Rede war von unsozialen Forderungen zugunsten der Arendseer Finanzen. Doch im Rathaus und auf dem Tisch des Bürgermeisters kam diese Kritik nicht an.

„Ich habe nur aus der Zeitung erfahren, dass, initiiert vom Kindererholungszentrum, Ideen von einer Zahlungsbefreiung kursieren“, erklärte Bürgermeister Norman Klebe auf Volksstimme-Nachfrage.

Kurtaxe im Haushalt nicht wegzudenken

Er sei aber der Meinung, dass die beschlossene Satzung ihre Berechtigung habe und rechtskräftig sei. „Als Luftkurort können wir Kurtaxe erheben und bieten dafür als Gegenwert saubere Luft, Nutzung von Seepromenade, Grünanlagen und Seetribüne“, betonte er. Mit den Einnahmen müsse die Stadt Strandbad, Queen Arendsee, Seeweg, Grünflächen und mehr in Ordnung halten.

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Mehr an Gegenwert könne nicht geboten werden. „Zum Beispiel Rabatt in Geschäften“, sagte Klebe. Das gehe nur mit den privaten Betreibern und könnte nicht durch die Stadt, wohl aber durch einen aktiven Tourismusverein organisiert werden. Das habe es in Zusammenarbeit mit der Luftkurort GmbH vor Jahren schon einmal gegeben, sei aber eingeschlafen.

Im Moment sei die GmbH mit einem erneuten Anlauf für ein Bonus-System überfordert. Und der Verein existiere eigentlich fast nur noch auf dem Papier.

Auf der Kurtaxkarte steht aber der Aufdruck, dass diese Karte berichtigt zur unentgeltlichen Benutzung der Bibliothek sowie zu Preisermäßigungen bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen der Stadt.

Wer Kurtaxe nicht kassiert, wird bestraft

Auf jeden Fall wird in der Tourist-Information seit 1. April Kurtaxe kassiert: 1,20 Euro von jedem erwachsenen Gast pro Tag und 60 Cent von jedem Urlauberkind ab 6 Jahre. Und während es im KiEZ scharfe Proteste gab, wird im Integrationsdorf (Ida) ordentlich abgerechnet. „Familien zahlen ohne Probleme, und für die Behinderten-Gruppen müssen wir den Nachweis für die Ermäßigungsberechtigung vorlegen“, sagte Ida-Leiterin Gabriele Albrecht.

Ab kommenden Montag soll kontrolliert werden, ob alle Bettenanbieter ihrer Verpflichtung zur Abkassierung ihrer Gäste nachgekommen sind. „Wo das nicht der Fall ist, werden Strafen fällig“, so Klebe. Deren Höhe sei in der Satzung, die die alte von 2004 ablöste, festgelegt. Weitere Kontrollen folgen zum jeweils nächsten 15. des Monats.