Salzwedel/Tylsen l Eine unverhoffte Förderzusage erreichte vor Kurzem die Stadtverwaltung. Die Schlossruine in Tylsen kann nun doch aus dem Leader-Programm gefördert werden. In der ersten Runde des Wettbewerbs innerhalb der Lokalen Aktionsgruppe Mittlere Altmark (LAG) war das Vorhaben auf Rang 37 unter den insgesamt 44 Projektvorschlägen platziert worden. Und landete damit außerhalb des zur Verfügung stehenden Budgets, das die LAG aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) erhält. Inzwischen gab es einen umfangreichen Nachschlag in Höhe von 730.000 Euro, wie der Leader-Manager Wolfgang Bock mitteilt.

147.000 Euro in Aussicht

Mit dem zusätzlichen Geld können „Nachrücker-Projekte“ auf der Prioritätenliste im Bereich des ELER-Fonds zum Zuge kommen, erklärt er. Die Liste hatte die Mitgliederversammlung der LAG bereits Ende vergangenen Jahres beschlossen. Die Hansestadt kann einen Antrag auf Förderung noch bis zum 1. September stellen. Vorgesehen sind laut ersten Planungen für die Sicherung und den Erhalt der Ruine des Tylsener Schlosses rund 180.000 Euro. Die Förderung beträgt 75 Prozent, sodass die Stadt rund 147.000 Euro als Zuschuss erhalten könnte.

Auf Platz 30 und damit in der Priorität wesentlich höher hatten Vorstand und Mitglieder der LAG die Instandsetzung und Sanierung des Salzwedeler Tierparks eingestuft. Dass es dafür trotzdem kein Geld gibt, hängt mit den Förderrichtlinien des Landes zusammen. Demnach werden aus den zusätzlichen 730.000 Euro nur Projekte in Orten mit weniger als 10.000 Einwohnern gefördert und damit falle der Tierpark aus dem aktuellen Raster. „Der Tierpark liegt uns am Herzen und ist noch nicht aus dem Rennen“, betont Wolfgang Bock. Die Leader-Akteure hoffen, dass aufgrund der aktuellen Situation der Corona-Krise weiteres Geld zur Verfügung gestellt wird. „Es handelt sich bei Leader-Projekten um Vorhaben die sofort in der Region wirken“, schätzt er ein. Mit der Umsetzung lasse sich die Wirtschaft ankurbeln. „Wir geben die Hoffnung für den Tierpark noch nicht auf“, gibt er sich optimistisch. Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel, deren Heimatort Tylsen ist, sei übrigens in keiner Weise in die Entscheidungsfindung einbezogen worden. „Sie hat sich nicht eingemischt“, erteilt Bock anderslautenden Gerüchten eine Absage.