Ahlum l Die Trabbi-IFA-Freunde Salzwedel scheinen einen besonders guten Draht zu Petrus zu haben. Auch beim 19. Treffen am Ahlumer See zeigte sich der Himmel in der Altmark im schmucken Blau, geziert mit ein paar leichten Federwolken. Beste Bedingungen somit, die liebevoll hergerichteten mobilen DDR-Relikte von ihrer schönsten Seite zu präsentieren.

Bereits am Freitag waren die Gäste aus dem Westen Deutschlands und natürlich auch aus dem Ostteil der Republik, in der einmal die Wiegen der DDR-Produkte gestanden hatten, angereist. Doch auch in den Niederlanden, Dänemark, Schweden und auch in Norwegen stießen Trabbi, Simson, Wartburg und Co. auf begehrliches Interesse. Und so hatten die Liebhaber der Pappe oder Plastikbomber, wie die Kleinwagen aufgrund ihrer bei der Produktion verwendeten Materialien auch liebevoll betitelt wurden, einen weiten Weg auf sich genommen hatten, um bei dem Treffen in der Altmark dabei zu sein.

Auch Altersgrenzen schienen an dem Wochenende keine Rolle zu spielen. Ältester Teilnehmer war mit 80 Jahren Reinhard Fraenkel aus Parchim. Sein Kugelporsche mit der Typbezeichnung Trabant P50 war in der Farbe Orange lackiert, ebenso der dazugehörende Wohnanhänger. Jüngste Teilnehmerin, mit gerade einmal sieben Wochen, war Helene Juliane Lehnecke aus Winterfeld, verriet Mitorganisatorin Anja Habermann im Küchenzelt. Natürlich hatte die Kleine nicht selbst einen Trabbi gesteuert. Sie war in Begleitung ihrer Eltern Juliane und Stephan nach Ahlum angereist.

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70 PS in gelb-grünem Metallic-Look

Insgesamt zählten die Organisatoren an dem Wochenende 183 Teilnehmer und fast 100 Tagesgäste, die die Liebhaber ostdeutscher Kraftfahrzeugtechnik am Sonnabend besuchten. Und es lohnte sich, denn neben 60 Trabants in den verschiedensten Ausführungen, waren auch eine große Anzahl an Wartburgs, Simson-Mopeds, Motorräder aus Zschopau und auch schwere Technik wie der Vielzweck-Lastkraftwagen IFA W50 nach Ahlum zum Treffen erschienen.

Dass der Trabant auch ein begehrtes Objekt für individuelle Veränderungen sein kann, dafür ist der Wagen von Egbert Fischer aus Bernburg ein Beleg. Er war einer der letzten Trabants die produziert wurden. Fischers Vorbesitzer verbaute in ihm einen 70 PS starken 1,3 Liter Wartburgmotor und die Armaturen entnahm er einem Lada 1600. Für den richtigen Sound sorgt im Kofferraum des Trabant-Kombi nun eine besonders wattstarke Beschallungsanlage. Die Lackierung in den Metallicfarben gelb und grün ließen ihn zu einem echten Blickfang werden.

Rundfahrt ins Grenzlandmuseum

Nachdem die Trabbi-Fans eine Altmarkrundfahrt absolviert hatten und bei dieser einen Abstecher zum Grenzlandmuseum nach Schnega gemacht hatten, postierte sich ein Großteil der Anwesenden am Eingang zum Zeltplatz, um dort das frisch vermählte Ehepaar Kathrin und Chris Rafferty aus Pretzien bei Schönebeck zu begrüßen. Die beiden Trabbifreunde hatten sich am Freitag dem 13. das Ja-Wort gegeben und ihre Flitterwochen so gelegt, dass sie beim Trabbi-treffen im Ahlum mit dabei sein konnten.

365 Ratschläge für eine gute Ehe

Mit einer Drohne überwachte ein niederländisches Mitglied die Straße von Rohrberg nach Ahlum und so konnten die Teilnehmer, nun bestens vorbereitet, dem Brautpaar einen jubelnden Empfang bereiten. Als Geschenk gab es für die beiden jahrelangen treuen Teilnehmer des Treffens einen großen Präsentkorb und einen Sack mit 365 Überraschungseiern. Ein Ei für jeden Tag des ersten Ehejahres. Und in jedem steckte ein Zettel mit einem Ratschlag für eine funktionierende Ehe. Am Montag geht es für die beiden Pretziener dann für drei Wochen nach Italien in die Flitterwochen.

Die Trabbifreunde beendeten den Sonnabend mit Herzhaftem vom Grill und Musik aus der Konserve, dargeboten von Ralf Hübner. Bereits schon beim ersten Treffen in Ahlum war der DJ mit von der Partie, verriet Mitorganisator Mathias Simon. Und seitdem sorgt er Jahr für Jahr für den richtigen Sound.

Im nächsten Jahr feiern die Trabbifreunde dann das 20. Ahlumer Trabbitreffen.