Naturschutz

Trafoturm ist Heim für Turmfalke & Co.

Sieben Trafohäuschen hat der Naturerbeverein Vissum schon umgebaut. Drei weitere sollen folgen.

Von Helga Räßler 03.01.2016, 11:51

Vissum l Die ausgedienten Trafohäuschen in Schernikau und Vissum waren die ersten, die der Naturerbeverein Vissum übernahm und umbaute zu Lebensräumen für Fledermäuse, Schleiereulen und Turmfalken. „Hier haben wir die Türme von der Stadt, die sie von der Avacon erwarb, per Nutzungsvereinbarung übernommen“, erklärte Vereinsvorsitzender Ulf Müller im Volksstimme-Gespräch. Ebenso sei es in Kerkau und bei den beiden Türmen in Kläden geschehen. „Die gefiederten Bewohner haben sich tatsächlich dort eingenistet“, sagte er. In auch die Insektenhotels seien inzwischen gut angenommen worden.

Das treffe auch zu auf den Molitzer Trafoturm, den der Verein von einem Privatmann kaufte und in Schrampe, wo es einen Nutzungsvertrag mit der Eigentümerin gebe. Hier ist sogar eine Doppelnutzung gelungen unter dem Motto Kunst unter Flügeln. Denn die Keramikkünstlerin Anna Zorra Bölke eröffnet im unteren Teil des Turmes eine Ausstellung. Sogar die kleine Blühwiese am Turm wurde einbezogen.

„Es freut uns besonders, dass wir schon viele zur Nachahmung unserer Aktivitäten anregen konnten, solche Kleinbiotope zu schaffen“, betonte Müller. Bis zum Frühjahr sollen weitere Trafotürme in Thielbeer, Zühlen und Zießau umgebaut werden. „Hier haben wir sie von der Avacon gekauft“, informierte Vizevereinschef Uwe Hundt. In Thielbeer sei es eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme, in den beiden anderen Orten werde das Vorhaben von der Stiftung für Umwelt, Natur- und Klimaschutz (SUNK) gefördert.

Ein weiteres Projekt ist die Renaturierung des alten Bahndamms zwischen Kassuhn und Schernikau, auf dem neben 30 Bäumen auch Wildrosenhecken gepflanzt wurden.

Neben dem SUNK und der Unteren Naturschutzbehörde sei auch die Stadt ein verlässlicher Partner bei vielen Aktivitäten. In einer Gemeinschaftsaktion seien so in einigen Ortsteilen Lückenbepflanzungen erfolgt (Volksstimme berichtete).

Dass Umweltbildung für den Verein wichtig ist, wird bei der Zusammenarbeit mit den Grundschulen Fleetmark und Arendsee bewiesen. Nistkastenkontrollen, Geo-Tage der Artenvielfalt und das Anlegen einer Blühwiese in Schrampe sind Beispiele dafür.

Neben der Pflege der Anlagen und neuen Pflanzungen soll in diesem Jahr auch eine Erweiterung am Naturlehrpfad Kassuhn passieren: „Wir wollen uns mit Hilfe von Vereinsmitarbeiterin Leonore Lindner der Imkerei widmen“, kündigte Ulf Müller an. Dabei unterstütze sie Imker Burkhard Herfort, von dem Bienenvölker gekauft werden. „Die Finanzierung ist gesichert.“