Arendsee l Das ist aber nicht das einzige Problem. Der Dauersonnenschein ohne Niederschlag sorgt seit fünf Wochen für Verdunstung ohne Ende. Der Pegelstand liegt bei nur 15 Zentimetern.

Dass der Zufluss in den Arendsee vom Rohr an der Steinbrücke so kläglich ist, liegt nicht an Verstopfung, wie es Volksstimmeleser gegenüber Volksstimme vermuteten. Der Wasserstand ist zu niedrig, so auch der des Grundwassers.

Viel zu wenig Niederschlag

„Der Pegelstand im See liegt bei 15 Zentimetern“, erklärte gestern Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz. Grund ist die Tatsache, dass es dieses Jahr bisher nur 148 Millimeter Niederschlag auf den Quadratmeter gab, dafür aber 524 Sonnenstunden. „In den letzten fünf Wochen gab es gar keinen Regen“, betonte er. Aber das Wasser verdunste stetig, so dass das über den Winter etwas aufgefüllte Wasserreservat fast wieder weg sei. Es gebe damit keinen „Puffer“ für die bevorstehende trockene Sommerzeit. Die erwähnten 524 Sonnenstunden seien überdurchschnittlich viel. Im Vergleich gab es 2019 im ganzen Jahr 1876 Sonnenstunden, 2018 waren es 2195 und 2017 immerhin 1511 Sonnenstunden.

Wie es um den See und seinen Uferzustand bestellt ist, wird jedoch in diesem Jahr vorerst nicht kontrolliert. Die diesjährige Gewässerschau ist abgesagt, war von Steingraf zu erfahren. Grund ist die Coronakrise, wegen der zu viele Menschen zusammen an Bord die mögliche Ansteckungsgefahr erhöhen könnten. „Dem wollen wir keinen Vorschub leisten“, so der Flussbereichsleiter, der derzeit wie seine Mitarbeiter im Homeoffice ist. Zur Zuflusskritik: Dafür sei der Landesbetrieb nicht zuständig, das falle in die Verantwortung für Gewässer zweiter Ordnung.