Salzwedel l Bereits Ende August hatten sich die Stadtratsfraktionen ziemlich einmütig für ein Tierheim in Hoyersburg ausgesprochen. Dabei sollte ergebnisoffen, der Verein mit dem besten Konzept den Zuschlag erhalten. Seitdem ist es relativ ruhig geworden um die Diskussion. „Die Hansestadt Salzwedel ist weiterhin bemüht, eine umfängliche Lösung für das Areal in Hoyersburg zu finden“, erklärt Stadtsprecher Andreas Köhler auf Anfrage der Volksstimme. Dabei solle der Standort erhalten bleiben. Köhler: „Über das Ergebnis der Verhandlungen wird informiert, sobald diese abgeschlossen sind.“

Der Tierschutzverein Salzwedel und Umgebung, der das Tierheim bis zur Kündigung des Vertrags seitens der Stadt betrieben hat, sei bislang nicht involviert. „Wir wissen gar nichts, mit uns redet keiner, es ist zum Verzweifeln“, sagt die Vorsitzende Antje Gebert. Sie habe inzwischen die Stadt schriftlich aufgefordert, bis zum 8. November verbindlich Stellung zu nehmen und „gleich eine Rechnung für den Wertausgleich angeheftet.“ Nach den üblichen Abschreibungsverfahren habe sich für vom Verein geschaffene Gebäude und Anlagen eine Summe von 190 000 Euro ergeben. „Das ist kein Pappenstiel“, schätzt die Vorsitzende ein.

Forderungen berechtigt

Die Forderungen seien berechtigt und belegbar. Es sei anhand von Unterlagen nachweisbar, dass die baulichen Maßnahmen mit Fördergeld und Spenden finanziert wurden. „Wir denken uns doch nichts aus“, betont sie.

„Die Forderung des Tierschutzvereines Salzwedel und Umgebung ist bekannt, im Hinblick auf die rechtliche Grundlage sowie die Höhe jedoch nicht nachvollziehbar“, erklärt hingegen Stadtsprecher Andreas Köhler.

Nicht fair

Das sieht die Vereinsvorsitzende anders. Was momentan ablaufe sei alles andere als fair. Keiner entscheide etwas. Der Verein und die Mitarbeiterinnen erhoffen sich eine klare Aussage, auch wenn die Stadt nicht mehr mit ihnen verhandeln wolle. „Dann haben wir Gewissheit und räumen aus“, sagt Gebert.

Die Beschäftigten hätten inzwischen die vom Altmarkkreis angemahnten Seminare absolviert, bestanden und den Sachkundenachweis abgelegt. Nun sei noch ein Fachgespräch mit den Tierärzten des Veterinäramtes gefordert. Der Verein habe die Anfang Juli entzogene Betriebserlaubnis noch nicht zurückerhalten. Dazu müsse ein gültiger Pachtvertrag undein betriebswirtschaftliches Konzept vorgelegt werden. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, sagt Antje Gebert frustriert.

Verein hat Arbeit aufgenommen

Unterdessen hat der neue Tierschutzverein „Pfotenhilfe“ bereits seine Arbeit aufgenommen. Wie bereits berichtet, ist die ehemalige Tierheimleiterin Nancy Schulz dort Vorsitzende. Als Stellvertreter stehen ihr Mandy Stuhlmacher und Frank Sill zur Seite. Den Posten des Schatzmeisters bekleidet Philipp Beume, als Schriftführerin fungiert Jasmin Kierylo.

„Wir sind arbeitsfähig“, betont Schulz, dass der Verein gerne das Tierheim Hoyersburg übernehmen würde. Ein kompletter Kauf steht für den jungen Verein, mit derzeit 30 Mitgliedern, allerdings nicht zur Debatte. Man habe der Stadt das Angebot eines Mietkaufes gemacht. „Wir warten jetzt weiter auf die Entscheidung der Bürgermeisterin“, sagt Schulz, die erklärt, dass im Verein drei, vier Leute die nötige Ausbildung hätten.

Vermittlung von Fundtieren

Derzeit ist die Pfotenhilfe schon bei der Vermittlung von Pflegestellen für Katzenwelpen und bei der Vermittlung von Fundtieren aktiv. Zudem wolle man beim Zentrum für soziale Psychiatrie (ZSP) wieder Besuchstage mit Hunden organisieren. Über diese Arbeit informiert der Verein auf einer eigenen Facebookseite.

Falls der Verein in Hoyersburg nicht berücksichtigt werde, müsse nach einem eigenen Gelände geschaut werden. „Wir müssen das dann alleine stemmen“, meint Schulz.