Arendsee l Die Verkehrssituation auf dem Birkenhain sorgt weiter für Unmut bei den Betroffenen. Uwe Scholz und Sören Neidahl erläuterten gegenüber der Volksstimme die Meinung der Anlieger. Es ist ihnen wichtig zu betonen: Die zunächst geplante und in Arendsee auf Kritik gestoßene Schranken-Lösung sei keine Idee der Birkenhain-Bewohner sondern der Stadtverwaltung gewesen. Über diese Variante wurde während einer Diskussionsrunde im Sommer vor Ort ausführlich gesprochen. Es ging seitens der Verwaltung dort auch um Detailfragen wie das Gewährleisten der Müll-entsorgung.

Letztendlich traf die Kommunalpolitik eine andere Entscheidung: Die 30er-Zone wurde der Schranke vorgezogen. Auf diese pochen die Anlieger nicht, sind aber mit der Situation weiterhin unzufrieden. Gewollt sind mehr Sicherheit und Ruhe. Dazu müsste die Anzahl der durchfahrenden Fahrzeuge reduziert werden. Wie dies erreicht werden könne, sei Sache der Verwaltung. Fest steht: Die Bewohner wollen eine positive Veränderung.

Straße wird als Abkürzung genutzt

Es handelt sich um eine Anlieger- und keine Durchfahrtsstraße. Genutzt wird der Abschnitt aber auch von anderen Kraftfahrern. Zum Beispiel als Abkürzung in Nachbar-Orte sowie in den Landkreis Stendal und nach Niedersachsen - beobachten die Einwohner immer wieder. Es betrifft also den Pendlerverkehr.

In der Saison kommen weitere Fahrzeuge hinzu. Dazu gehören Campinggäste sowie Urlauber von Ferieneinrichtungen. Eine Alternative zum Birkenhain ist nur mit einem kleinen Umweg verbunden. Und zwar über die Seehäuser Straße den Mini-Kreisel und dann weiter auf der Töbelmann- sowie der Lindenstraße. Diese Fahrbahnen halten schweren Fahrzeugen besser Stand. Auf dem Birkenhain ist ein Gewicht von bis zu 2,5 Tonnen erlaubt.

Trotzdem sind dort immer wieder schwerere Gefährte unterwegs. Wenn zum Beispiel Busfahrer darauf angesprochen werden bekommen die Anlieger Sätze wie „Das Navigationsgerät hat mich über diese Straße geführt.“ zu hören. Doch die Schilder vor Ort sind eindeutig: Tempo 30 und nur 2,5 Tonnen.

Und diese Regeln gelten bereits länger, geändert hat dies nichts. Neu ist mit der 30er-Zone seit November: Wer von der Lindenstraße aus kommt, muss vor dem Park- und dem Birkenweg Vorfahrt gewähren. Die Anlieger kritisieren weiterhin die Gesamtsituation, wollen eine bessere Kommunikation mit der Verwaltung und plädieren für eine Lösung, mit der das Problem aus der Welt geschafft werden kann. Daran solle im Arendseer Rathaus gearbeitet werden.

Einbahnregelung als Möglichkeit

Eine Möglichkeit, die vom Birkenhain aus ins Gespräch gebracht wird: Eine Einbahnstraße. „Dann wäre zumindest die Hälfte des Verkehrs weg“, so Uwe Scholz, der im Gespräch mehrfach deutlich machte: Die Stadt müsse einen Weg finden und entscheiden. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, wurde ein Anwalt beauftragt, die Interessen von Einwohnern gegenüber der Kommune zu vertreten.

Die Anlieger wollen keinen Streit mit Bewohnern anderer Straßen. So gab es im Nachgang der Schranken-Diskussion die Forderung, solch eine Konstruktion auch in anderen Bereichen zu errichten. Die Situation am Birkenhain ist darum besonders, da über diese Straße neben angrenzenden Dörfern, Landkreisen und Bundesländern Ferieneinrichtungen zu erreichen sind. „Wir haben nichts gegen den Fremdenverkehr“, so Uwe Scholz. Es müsse aber auch an den Birkenhain gedacht werden.

Die Volksstimme fragte im Rathaus nach, ob es derzeit weitere Verkehrs-Pläne gebe. „Nein“, antwortete Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen. Es könne aber durchaus noch einmal eine Diskussion zum Birkenhain im Ordnungsausschuss geben. Ob und wann ist aber unklar. Genauso wie der Termin für eine geplante Verkehrszählung.