Bauarbeiten

Weiter mit Tempo 30 durch Binde

Autofahrer müssen auch in den nächsten Monaten langsam durch Binde zuckeln. Die Arbeiten an der Straße sind noch nicht abgeschlossen.

Von Von Christian Ziems

Binde l Fachleute reparieren die Fahrbahn und danach darf wieder mit der üblichen Geschwindigkeit von maximal 50 Stundenkilometern durch Binde gefahren werden: Die Hoffnung gab es bereits vor Monaten und sie besteht weiter. Die Volksstimme sprach mit Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde, Niederlassung Nord Stendal, über den aktuellen Stand.

Der jetzige Fahrbahn-Zustand soll noch verbessert werden. Was fehlt, ist die letzte Schicht auf der Oberfläche. Die sollte eigentlich 2020 aufgebracht werden. Doch die zuständige Firma schaffte dies nicht. Mit Blick auf die derzeitige Witterung wird von weiteren Tätigkeiten Abstand genommen. „Die Arbeiten erfolgen im Frühjahr“, machte Manfred Krüger deutlich.

Wenn die Schicht drauf ist, gibt es eine Begehung. Dabei werden auch Vertreter des Altmarkkreises Salzwedel mit dabei sein. Gemeinsam gilt es zu klären, ob das jetzige Tempo 30 wieder auf 50 Stundenkilometer raufgesetzt werden kann.

Sorgen bereiten die Leitungen unterhalb des Straßenkörpers. Vibrationen werden durch die schadhafte Fahrbahn stärker als sonst in den Untergrund geleitet. Und die maroden Leitungen sind besonders anfällig. Komplett lösen ließe sich das Problem nur durch einen grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt. In diesem Zuge könnten die Leitungen ausgetauscht werden. Doch bis solch ein Projekt in der Praxis vor Ort angegangen wird dauert es Jahre. „Das wollen wir Kraftfahrern nicht zumuten“, begründete Manfred Krüger die Entscheidung für die derzeitige Maßnahme. Es handelt sich um eine Instandsetzung. Diese gilt es, im Frühjahr abzuschließen.

Das Kapitel B190 in Binde bleibt aber danach weiter aktuell. Denn Manfred Krüger und sein Team wollen den grundhaften Ausbau so bald wie möglich anpacken. Was den genauen Baubeginn angeht, bleiben Unsicherheiten. Die schnellste Variante: Noch in diesem Jahr beginnen die Planungen und werden 2022 abgeschlossen, 2023 könne gebaut werden. Manfred Krüger zeigte sich Gespräch vorsichtig und geht eher von 2024 aus. Planungen brauchten ihre Zeit, genauso wie die gesetzlich vorgeschriebenen Schritte, zu denen Ausschreibungen mit bestimmten Fristen gehören.

Zunächst einmal will die Landesstraßenbaubehörde mit Arendsee eine Vereinbarung treffen. Die Kommune ist für die Nebenanlagen zuständig. Darum wird gemeinsam geplant und gebaut. Die nötigen finanziellen Mittel stehen im Haushaltsentwurf 2021 der Einheitsgemeinde. Sobald dieser beschlossen und genehmigt ist, können Landestraßenbaubehörde sowie Stadtverwaltung Details klären. Der Stadtrat soll das Papier nach jetzigem Stand im Februar beschließen.

Noch in diesem Jahr soll die Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Dann kann sich ein Planungsbüro mit den nötigen baulichen Fakten auseinander setzen, bevor Fachfirmen in Binde mit dem grundhaften Ausbau beginnen. Bis die ersten Kraftfahrzeuge auf einer komplett neuen Piste rollen, wird es aber bis Mitte der 2020er Jahre dauern. Sollte der letzte Schritt der Instandsetzung erfolgreich sein, könnten aber bereits im Laufe des Frühjahrs die Tempo-30- durch 50er-Schilder ersetzt werden.