Tourismus

Wie eine Arendseer Ferienstätte in der Hochsaison die Pandemie-Herausforderungen bewältigt

Der Bedarf bei jungen Menschen ist groß, sich in den Ferien einfach mal wieder austoben zu können. Im Arendseer Kinder- und Jugenderholungszentrum wird dies ermöglicht. Corona-Regeln haben sich eingespielt, eine gewisse Ungewissheit bleibt aber weiterhin.

Von Christian Ziems
Auf Hygiene im Speiseraum des Kinder- und Jugenderholungszentrums wurde auch vor der Pandemie geachtet. In Coronazeiten gibt es noch mehr Bemühungen. Die Vorsicht steht an erster Stelle. Die neuen Stühle  lassen sich besser reinigen.
Auf Hygiene im Speiseraum des Kinder- und Jugenderholungszentrums wurde auch vor der Pandemie geachtet. In Coronazeiten gibt es noch mehr Bemühungen. Die Vorsicht steht an erster Stelle. Die neuen Stühle lassen sich besser reinigen. Foto: Christian Ziems

Arendsee - Die Gäste kommen und sind dankbar für die Angebote, mit Pandemie-Einschränkungen wird gelebt und es gibt bereits Buchungsanfragen für 2023: Im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) läuft es gut. Die vergangenen schwierigen Monate wurden überstanden, Urlauber-Leben ist zurückgekehrt. Mitte Juni begann es langsam mit Klassenfahrten. „Wir konnten uns herantasten“, beschreibt Geschäftsführerin Kirsten Hohmeyer die Situation. Denn seit November 2020 herrschte Gästeruhe, verursacht durch die Pandemie.

Bedarf ist groß

Mit Ferienbeginn stieg die Zahl der Urlauber. Derzeit sind es insbesondere Kinderheime und Trainingsgruppen verschiedener Sportarten wie Fußball und Fechten, die das weitläufige Gelände genießen. Aber auch Chöre nutzen die Chance, an mehreren Tagen hintereinander konzentriert üben zu können. Der Bedarf ist da, die Auslastung liegt zwischen 75 und 80 Prozent. Die Pandemie bleibt ein Thema. Die ab heute verschärfte Testpflicht im Altmarkkreis Salzwedel, stellt die Einrichtung nicht vor unlösbare Aufgaben. Wer dort Urlaub machen möchte, musste bereits vorher zu Beginn einen negativen Test vorweisen. An den üblichen Abstands- und Hygieneregeln wird festgehalten. Um den Gäste-Alltag im Speiseraum zu vereinfachen, wurden neue Stühle angeschafft. Diese bestehen aus Kunststoff statt Holz. Sie sind einfacher zu reinigen und halten sogar Hochdruckreiniger aus. Außerdem gibt es im KiEZ ein Corona-Testzentrum. Dies wird von den Gästen gerne angenommen, die wieder Urlaub machen möchten. „Alle halten sich an die Regeln“, so Kirsten Hohmeyer.

Bei den Kunden handelt es sich vor allem um Kinder und Jugendliche. Da bei diesen Generationen das Thema impfen erst jetzt Fahrt aufnimmt, bleibt das Testen ein wichtiges Hilfsmittel, um gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel schnell reagieren zu können. So auch im vergangenen Jahr. Als ein Junge positiv auf Corona getestet wurde, musste zügig entschieden werden. Gäste reisten ab und ein Ausbreiten konnte vermieden werden. Rückblickend nimmt die Geschäftsführerin aus dieser nervenaufreibenden Zeit mit: „Wir wissen seitdem, unser Hygienekonzept funktioniert. Ganz ausschließen lassen sich Corona-Fälle aber natürlich nicht.“ Die Gäste fühlen sich sicher, auch weil versucht wird, viel zu entzerren. So sind die Gruppen weitestgehend unter sich. Neben dem Areal am Lindenpark nutzt das KiEZ zudem das Campinghotel am Harper Weg. Auch so lassen sich Abstände vergrößern.

Die Buchungslage ist für die nächsten Monate stabil. Viele Gruppen holen erholsame Tage nach, die sie eigentlich bereits im vergangenen Jahr absolvieren wollten. Die Absagen blieben aus. Und das betrifft nicht nur Urlauber. Auch der Mitarbeiterstamm konnte gehalten, sowie jetzt in der Hochsaison noch aufgestockt werden. Das Team von Kirsten Hohmeyer umfasst insgesamt 25 Frauen und Männer.

Es wird in Zukunft weiter Arbeit geben. Das Wetter spielt dabei eine etwas untergeordnete Rolle. So gibt es bereits viele Anfragen für den November, ein eher trüber Monat. Für 2022 sowie 2023 liegen ebenfalls feste Buchungen vor. Grund für viel Optimismus.

Kaum Planungssicherheit

Wäre da nicht in die Pandemie. Denn die Geschäftsführerin und ihr Team können derzeit nur Tag für Tag schauen. Eine langfristige Planung ist nicht möglich, da das Infektionsgeschehen immer einen Strich durch die Rechnung machen kann. Somit bleibt Ungewissheit, mit der gelebt werden muss. Dies bedeutet für das KiEZ: Langfristige strategische Pläne liegen auf Eis. Trotzdem gibt es doch Veränderungen. So entsteht demnächst nahe dem Turmhaus ein Kletterbereich. Und der ebenfalls neue Spielplatz kommt auch gut an. Damit gibt es noch mehr Möglichkeiten, sich auszutoben. Durch die verschiedenen Standorte auf dem Grundstück, ist das Einhalten von Abständen ebenfalls kein Problem. Ab September wird ein weiteres Projekt vorangetrieben – das Floriansdorf. Es geht konkret darum, Kindern bestimmte Gefahren näher zu bringen und ihnen deutlich zu machen, wie sie damit umgehen.

Erste-Hilfe gehört dazu genauso wie das Thema Feuerwehr. Es gibt bereits ein Haus der Gefahren, mit denen verschiedene Szenarien nachgespielt werden können. Dieses wurde jüngst vom Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt.

Urlaub auf dem Gelände des Kinder- und Ferienerholungszentrums hat eine lange Tradition. Zu DDR-Zeiten befand sich dort das Pionierlager Maurice Thorez. Nach der Wende wurde ein Verein gegründet, der die Einrichtung trägt. Vorhandene Objekte wurden saniert und es entstanden neue Attraktionen.