Salzwedel l Das Angebot für breitere Schichten der Bevölkerung erweitern sowie die Vielfalt an Wohnungen vergrößern: So lauten einige Ziele von Christian Märtens, seit 1. Dezember Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft – einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt Salzwedel. Die Nachfrage regelt den Markt. Das ist bei Anbietern von Wohnungen auch nicht anders als in anderen Branchen. Das hat auch Christian Märtens erkannt, der am 1. Dezember offiziell die Nachfolge von Gudrun Bubke als Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel (Wobau) übernommen hat (die Volksstimme berichtete).

Nachfrage größer als das Angebot

Deshalb möchte der 41-Jährige vor allem im Bereich der Vier- bis Fünfraumwohnungen aktiv werden. „Denn in diesem Segment ist in Salzwedel in qualitativer Ausstattung nicht viel vorhanden. Die Nachfrage ist größer als das Angebot“, sagt Märtens im Gespräch mit der Volksstimme. Doch was tun, um dem Bedarf gerecht zu werden? Eine Lösung sieht Märtens im Zusammenlegen zweier Wohnungen. Motto: Aus zwei mach eins. Im Zuge der Umgestaltung können die Wohnungen vergrößert, die Grundrisse verbessert und zugleich die qualitative Ausstattung deutlich angehoben werden – beispielsweise durch die Sanierung der Elektrik oder der Bäder. Dies scheint auch notwendig, denn manche „Wohnungen besitzen noch echten DDR-Charme“. Und dies, obwohl in der Vergangenheit bereits viele Einheiten renoviert worden sind. „Da ist schon viel passiert“, spart Märtens nicht mit Lob an seiner Vorgängerin Gudrun Bubke.

Der Vergleich und der Blick auf die Investitionen der Vorjahre bestätigen seine Aussage. Denn mit einem Volumen von rund 4,3 Millionen Euro in 2019 liegt die Wobau ungefähr gleichauf mit den Werten früherer Zeiten. Davon entfallen rund 800 000 Euro auf die Instandhaltung und weitere 1,3 Millionen Euro auf die Instandsetzung.

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Neue Aufzüge Am Friedensring

Den größten Brocken stellt allerdings der Bereich Neubau vor. Darin enthalten sind allerdings auch Investitionen im Bestand. So erhalten beispielsweise die Gebäude 37 bis 40 Am Friedensring von April an nicht nur barrierefreie Zugänge, sondern auch neue Aufzüge. Abgeschlossen werden diese Arbeiten in der Ernst-Thälmannstraße 38 bis 46 bereits im kommenden Februar sein. „Auch mit dem Anbau der Balkone sind wir inzwischen durch“, sagt Märtens. Zudem laufen vorbereitende Investitionen für die Jahre 2020 bis 2022, beispielsweise in der Lindenallee 3 bis 27.

Wichtig ist Märtens allerdings auch die Bestandspflege, denn manche Wohnungen müssten langsam, aber sicher „zeitgemäßer ausgestattet“ werden. Dazu gehört nicht nur die Sanierung der Heizungen, Bäder und das Fliesen der Wände, sondern auch der Austausch von Türen und das Verlegen „vernünftiger Bodenbeläge“. Allerdings sind der Sanierung Grenzen gesetzt – nicht nur der finanziellen Art. Während der Austausch von Türen problemlos trotz bewohnter Räume möglich ist, sind Bad- und Heizungssanierungen mit einem deutlich größeren Aufwand verbunden. „Das ist dann erst möglich, wenn die Wohnung frei ist.“ Nicht so einfach dagegen sei es, Handwerker in ausreichender Zahl zu bekommen, denn „deren Auftragsbücher sind voll. Und mehr als arbeiten können sie auch nicht“, weiß Märtens. Trotzdem sollen die Investitionen erledigt werden, um künftig noch bessere Angebote an die Kunden machen zu können.

Momentan liegt der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter der rund 2500 im Besitz der Wobau befindlichen Wohnungen zwischen 4,60 und 5,20 Euro. Natürlich müssten die Mieten nach der Sanierung von Wohnungen angepasst werden. „Das verläuft aber alles im normalen Bereich.“

Dass die Wobau aber auch bauen und nicht nur sanieren kann, zeigt das Objekt in der Neutorstraße 61. Dort entstehen 16 neue 2-, 3- und 4-Raumwohnungen mit Flächen zwi- schen 48 und 95 Quadratmeter. Auf einen barrierefreien Zugang zu allen Wohnungen wird ebenso Wert gelegt, wie auf eine moderne und komfortable Ausstattung. Das wird dann aber auch seinen Preis haben. 1000 Euro Warmmiete für eine Vierraumwohnung wird dann üblich sein.