Fotovoltaik

Zukunftsvision: Parallelwirtschaft auf Neulinger Feldern

Landwirte in Neulingen bei Arendsee wollen mit Agri-Voltaik neue Wege zur Energiegewinnung und zur Ackernutzung gehen.

Von Helga Räßler
Zwischen den Modulen soll Platz für landwirtschaftliche Maschinen sein.
Zwischen den Modulen soll Platz für landwirtschaftliche Maschinen sein. Foto: Solar Provider Group/Repro: H. Räßler

Neulingen - Ihre Laufzeit beträgt 25 bis 30 Jahre. Ein Jahresertrag von 44 Gigawattstunden ist erwartbar. Und sie nehmen nur 15 Prozent der in Anspruch genommenen Ackerfläche von zirka 80 Hektar ein: Die Rede ist vom neuen Agri-Voltaik-Projekt. Das könnte nach dem Vorbild solcher Anlagen in Bayern, England, den Niederlanden, Kanada und den USA auch im altmärkischen Neulingen entstehen.

Der Clou dabei ist, hieß es während der Präsentation, dass zwischen den Solarmodulen zur Stromerzeugung genügend Platz bleiben soll, damit dort landwirtschaftliche Maschinen das Feld bestellen können.

Gewerbesteuer soll in die Stadtkasse fließen

Von der Idee sind die Neulinger Ortschaftsräte ziemlich begeistert, wenn auch zwei Mitglieder und Ortschef Axel Tiemann selbst nicht mit abstimmen konnten. Sie sind selbst involviert.

Aber nicht nur der Gedanke von der „Parallelwirtschaft“ oder der zusätzlichen Obstgewinnung und -verwertung einer Obstbaumplantage als Sichtschutz fasziniert, sondern auch der zu erwartende Geldsegen.

Denn, so sicherte es der Fachmann Sebastian Seyfarth von der Solar Provider Group zu, per vertraglicher Zusatzvereinbarung mit der Kommune und den Landwirten könne es Rückvergütungen über die Einspeiseeinnahmen geben. Damit könnte im Dorf etwas für kommunale oder soziale Zwecke investiert werden. Auch für die Einheitsgemeinde Arendsee sei ein finanzieller Beitrag in Aussicht.

Zur Realisierung muss eine Betreiberfirma gegründet, der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Diese Vorbereitungsphase wird mit ein bis eineinhalb Jahren bemessen, die Bauzeit selbst nur mit zirka einem halben Jahr. Mit dem Firmensitz in der Region wird sicher gestellt, dass die Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließt.