Gnadau l „Seit 19 Jahren pflanze ich Bananen an, aber erst seit wir über den fairen Handel exportieren können, komme ich Schritt für Schritt vorwärts“, wird der Farmer Domingo I. V. Espinoza aus Peru auf einem Leporello zitiert, das den fairen Handel erklärt. Das Heftchen wurde zusammen mit einem Stück Schokolade gestern den Menschen in die Hand gedrückt, die in aller Frühe zum Zug wollten oder ihre Kinder zur Zinzendorfschule brachten.

Zusätzlich bestand am Nachmittag an den Gnadauer Anstalten die Möglichkeit, neben Kaffee und Tee die eine oder andere Leckerei zu verkosten und fair gehandelte Limonaden zu probieren, die neu im Angebot sind.

Gnadauer Akteure dieser bundesweiten Aktion waren die fünf Mitarbeiterinnen des „Gnadauer Laden“, dessen Angebotspalette ebenfalls das ganze Jahr über ähnliche Erzeugnisse umfasst. „Das Thema verlangt schon einigen Idealismus“, erklärte Andrea Bartels, die zum Team der ehrenamtlichen Ladenbetreiber gehört. Denn die fair-gesiegelten Produkte sind etwas teurer als die aus dem Supermarkt.

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„Natürlich werden wir nicht alle Leute davon überzeugen, fortan nur Fairtrade-Erzeugnisse zu kaufen und denen ein schlechtes Gewissen machen, die es nicht tun“, unterstrich Andrea Bartels. Dennoch wolle man die Konsumenten „sensibilisieren“. Denn der „Faire Handel“ ermögliche den benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen; stehe für partnerschaftliche und verlässliche Handelsbeziehungen und setze nicht zuletzt auf umweltschonende Anbaumethoden.

„Es ist erfreulich, dass viele große Supermärkte heute auch fair gehandelte Waren anbieten. Da sieht man mal, was der Konsument für eine Macht hat“, sagte Elke Hasting, die auch zu den Gnadauer Laden-Akteuren zählt und ein Umdenken der Kunden bemerkt.

Was noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wäre, wo ausschließlich die „Geiz-ist-geil“-Mentalität bedient wurde.