Schönebeck l „So viel Heimlichkeit, in der Weihnachtszeit ...“ Die freudige Anspannung auf das, was da kommt, wollte in der Adventszeit auch Bauminister Thomas Webel (CDU) so lange wie möglich aufrecht erhalten. So kündigte er sich zu einem Besuch bei Oberbürgermeister Bert Knoblauch an, sagte, dass er mit Fördermittelbescheiden im Gepäck anreisen würde - aber nicht, für welche Projekte. Bert Knoblauch blickte dem Ministerbesuch zuversichtlich und gelassen entgegen. Immerhin könne Schönebeck aufgrund der klammen Kassen jeden Fördercent gebrauchen.

Dann verkündete Thomas Webel: „Der Stadtumbau in Schönebeck wird mit fast 540 000 Euro gefördert.“ Um genau zu sein: 538 370 Euro. Für die Fortsetzung von Stadtumbauprozessen. Die von Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitgestellten Mittel stehen im Rahmen des Programms „Stadtumbau-Ost“ zur Verfügung.

Die Gelder sollen wie folgt zum Einsatz kommen:

Abriss

Nach Auskunft von Webel können mit der finanziellen Unterstützung von insgesamt knapp 240 000 Euro aus dem Programmteil „Abriss“ etwa 60 dauerhaft leer stehende Wohnungen an der Straße der Jugend zurückgebaut und somit vom Markt genommen werden. Dabei handelt es sich um die Wohnblöcke Straße der Jugend 70-72, sagt Sigrid Meyer, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau GmbH (SWB) Schönebeck, auf Volksstimme-Nachfrage. Die SWB ist Vermieterin der Wohnungen. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung der Abrissmaßnahme sei bereits Ende vergangenen Jahres gestellt worden. Wie lasse sich derzeit ein Abriss mit den für Flüchtlinge fehlenden Wohnraum vereinbaren? „Wir haben die Entwicklung beobachtet und bereits schon eine erhebliche Anzahl an Wohnungen für Flüchtlinge bereitgestellt“, erklärt Sigrid Meyer und ergänzt: „Wir plädieren für das Integrieren in vorhandene Wohneinheiten.“ Sie sagt, dass es in der Stadt 3500 leere Wohnungen - generell, nicht nur SWB - gebe. „Wir werden aber keine 3500 Familien bekommen, die es gilt unterzubringen. Es sind also genügend Kapazitäten da“, betont Sigrid Meyer und merkt an, dass etwa 60 Prozent der 3500 Wohnungen privat vermietet werden.

Aufwertung

Für den Neubau des Demenzservicezentrums an der Wilhelm-Hellge-Straße sind rund 260 000 Euro Aufwertungsmittel eingeplant. Sigrid Meyer - die SWB ist Bauherr - erklärt, dass Abriss und Aufwertung gemeinschaftlich gesehen werden. Stichwort: nachhaltige Quartiersentwicklung. Wo heute das Demenzservicezentrum steht, habe es vor Jahren einen Wohnblock gegeben. Der wurde abgerissen, das neue Projekt in Angriff genommen. Doch die Flut 2013 habe gezeigt, dass das Projekt architektonisch angepasst werden musste, um das Gebäude vor kommende Hochwasser zu schützen. Folge: Mehrkosten. Ein Nachfolgeantrag wurde gestellt - und nun bewilligt. „Das hilft uns sehr“, sagt Sigrid Meyer erfreut.

Fortschreibung

Die verbleibenden rund 40 000 Euro werden für die Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes verwendet. „Die Mittel werden für Planungsleistungen zur Fortschreibung verwendet, welches informellen Charakter trägt“, erklärt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz.