Schönebeck l Geradezu einen Entwicklungssprung hat die Wasserwehr Schönebeck in den vergangenen Jahren gemacht. Derzeit sind in der Gefahrenabwehreinheit 35 Personen aktiv, darunter drei Frauen. Am Freitagabend hatte sich die von Dirk Lindner geleitete Truppe zur Weihnachtsfeier getroffen.

Lindner nutzte die Gelegenheit, das Jahr 2015 Revue passieren zu lassen. Dabei fand die Erwähnung des im April in Schönebeck abgehaltenen Runden Tisches der Wasserwehren in Sachsen-Anhalt ebenso eine würdigende Erwähnung wie die Feier des zehnten Geburtstages der Wehr im Juli mit einer öffentlichen Veranstaltung auf dem Gelände und mit Unterstützung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schönebeck in der Tischlerstraße. Lindner hatte die Seinen freilich auch zu Übungen zusammengerufen. Worauf er in diesem Jahr allerdings verzichtete, war das probeweise Aufbauen einer mobilen Hochwasserschutzwand am Elbtor. Die Anwohner hätten schon genug Einschränkungen durch die Bauarbeiten am Markt und in der Baderstraße in Kauf zu nehmen, zeigte Lindner Verständnis.

Was er ausdrücklich begrüßt, ist die Gründung einer Nachwuchstruppe im April. „Wir werden schließlich alle nicht jünger“, machte er deutlich, wie wichtig die Gewinnung junger ehrenamtlicher Helfer auch für den Bereich des Deichschutzes ist.

Quad für Erkundungsfahrten

Mit ins Boot der Wasserwehr-Kameraden haben sich viele Sponsoren aus der hiesigen Wirtschaft gesetzt. Dank der Stiftung der ehemaligen Kreissparkasse Bernburg gehört jetzt ein Quad zum kleinen Fuhrpark der Wasserwehr Schönebeck. Das Fahrzeug kann zum Beispiel für Erkundungsfahrten eingesetzt werden. Die Wernigeröder Firma Kochs Carfolien Style hat das Quad für die Wehr auf eigene Kosten folieren lassen, immerhin im Wert von 800 Euro.

Seit 10. Dezember ist nun auch der Förderverein der Wasserwehr beim Amtsgericht eingetragen, als dessen Vorsitzender Karl-Heinz Hermann fungiert. Mitglieder zählt der Förderverein aktuell 16, viele Wasserwehr-Kameraden sind darunter, aber auch Unternehmer aus der Region.

Für 2016 stellt Dirk Lindner in Aussicht, dass sich seine Leute am Elbebadetag und am Sachsen-Anhalt-Tag in Sangerhausen beteiligen sowie an Übungen der Wasserwehren im Altkreis Schönebeck sowie in Jeßnitz und am Muldestausee.

Lindner sagt es nicht ohne Stolz: „Wir haben uns zu einer Vorzeige-Wasserwehr entwickelt.“ Das Qualitätsurteil macht er unter anderem daran fest, dass Landrat Markus Bauer die Schönebecker gegenüber dem Bürgermeister von Aken als beispielhaft hingestellt habe.