Schönebeck l So richtig Zeit zum Verschnaufen bleibt Matthias Willberg zwischen den Jahren nicht. „Am 31. Dezember haben wir noch bis 14 Uhr geöffnet“, sagt der Cheftierpfleger des Heimattiergartens auf dem Bierer Berg. Nicht wenige Besucher nutzen die großzügigen Öffnungszeiten, um Streifenhörnchen, Feldhamster und Co. in diesem Jahr einen letzten Besuch abzustatten.

Bittet man Willberg, eine Bilanz für 2015 zu ziehen, macht sich auf seinem Gesicht ein Lächeln breit: „Dieses Jahr war überaus erfolgreich. Der Tierbestand hat sich verändert. Wir haben Arten, die in Deutschland und Europa einmalig sind. Und trotzdem sind wir den Haustieren treu geblieben.“

Neben Hausesel und Minischwein setze der Heimattiergarten weiterhin auf Klein-säuger wie Streifenhörnchen oder Rennmäuse, erläutert der Pfleger. Allerdings stand das beinahe vergangene Jahr für ihn persönlich im Zeichen des Mähnenschweins. Nein, hier geht es nicht um ein chinesisches Tierkreiszeichen. Sondern um die neuen Stars auf dem Bierer Berg: die philippinischen Visayas-Mähnenschweine.

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Top-Erlebnis 2015

Befragt nach seinem Top-Erlebnis 2015, fällt Willberg sofort die unvergessliche Fahrt ins belgische Antwerpen ein. Denn zur Abholung des männlichen Gefährten für Mähnenschwein Miss Marple (war aus dem Zoo in Leipzig gekommen) musste Willberg mit einem Kollegen zum Zoo Antwerpen fahren.

„Ein Kombi, zwei Männer und ein Mähnenschwein“, so könnte die Überschrift zu diesem Road-Trip lauten. Zwar war das Tier in einer großzügigen Transportbox mit ausreichender Belüftung untergebracht, und doch mussten die Pfleger zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greifen. „Da die Schweine sehr empfindlich sind und sehr viel frische Luft brauchen, sind wir 600 Kilometer mit offenen Fenstern gefahren.“

Bei glücklicherweise sommerlichen Temperaturen im Juli sei es dann erleichternd gewesen, als man auf die Einfahrt zum Bierer Berg einbiegen konnte. Mit einem bestens gelaunten neuen Mähnenschwein namens Malaki. Die Chemie zu Miss Marple schien im Übrigen prompt zu stimmen.

Tapsiger Nachwuchs

Willberg zeigt in das Gehege auf den noch etwas tapsigen Nachwuchs - der bis jetzt namenlos geblieben ist. Doch das soll sich im neuen Jahr ändern. Überhaupt blickt Willberg mehr als optimistisch voraus. Nicht nur die Mähnenschweine, die im Rahmen eines großen Zuchtprogramms weiter umsorgt werden, hat er dabei im Blick.

„Wir wollen weiter versuchen, uns einen Namen zu machen. Allein durch unsere Spezialisierung auf Kleinsäuger sind wir in Deutschland längst keine Unbekannten mehr“, bekräftigt Willberg die Freude über die steigende Reputation des Heimattiergartens.

In erster Linie wolle man weiterhin ein Besucher-Magnet bleiben und für möglichst viele Menschen aus der Region ein attraktives touristisches Naherholungsziel darstellen, lautet der Wunsch des Cheftierpflegers. „Unser Ansinnen ist ganz klar, die Menschen für Artenschutz zu sensibilisieren und dabei für eine möglichst breite Bevölkerung da zu sein“, sagt Willberg.

Dann verschwindet er im Wirtschaftstrakt des Heimattiergartens. Noch ist einiges zu tun, bis auch auf dem Bierer Berg des neue Jahr eingeläutet werden kann.