Schönebeck l Der Präsident des Industriemuseums (Imuset) ist einiges gewöhnt. Doch als er letztens mit den Vereinsmitgliedern eine grobe Kostenschätzung aufstellte, um die drei Gebäude des Industriemuseums in der Thälmannstraße – Dach und Fassade – von Grund auf so herzurichten, damit sie nicht eines Tages zusammenbröseln, da verfärbte sich das Gesicht von Georg Plenikowski: Rund 2,2 Millionen Euro muss der kleine Verein aufbringen. „Das ist nicht machbar“, entfuhr es jenem Mann, der selbst nie sagen würde, was alles nicht geht.

In einer zweiten Kalkulation kamen die Vereinsmitglieder auf eine dringende Notvariante: 1,2 Millionen Euro müssen sein. „Und da ist nichts an den Haaren herbeigezogen“, so Georg Plenikowski im Gespräch mit der Volksstimme. So ist das Dach in der großen Industriehalle an einige Stellen undicht, so dass das Wasser tropft. An der Fassade löst sich teilweise der lose Putz.

Nun gibt es eine vage Hoffnung: Als Anfang der Woche ein Vertreter des Landes gemeinsam mit Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch über das Vereinsgelände ging, stellten die Imusetler das Projekt vor. Just in diesem Moment - und Georg Plenikowski legt dafür seine Hand ins Feuer, dass die Aktion nicht gesteuert war - hatte sich eine große Pfütze in der Halle gebildet. Wieder drang Regenwasser in das Mauerwerk ein. „Nicht nur, dass dadurch das Gebäude nachhaltig beschädigt wird. Wir müssen auch aufpassen, dass wir unsere teilweise einzigartigen Exponate nicht beschädigen“, so der Vereinspräsident.

Das Land sagt nun Hilfe zu. Auch deshalb, weil die finanziell klamme Stadt nicht mit Eigenmitteln unterstützen kann. Wann und in welchen Jahresscheiben die Hilfe vom Land kommen kann, konnte Plenikowski noch nicht sagen. Er bekam aber die Zusage, dass dem Verein geholfen werden soll. „Wir werden jetzt noch dringend notwendige Zuarbeiten an das Ministerium leisten müssen. Dann sehen wir weiter“, betonte er gegenüber der Volksstimme.

Der Ende 2009 gegründete Verein Industriemuseum Schönebeck - Erlebniswelt Technik (richtige Kurzschreibweise: iMUSEt) will als Träger eines Museums für Schönebeck und das Umland im Stadtzentrum von Schönebeck in drei mehrheitlich denkmalgeschützten Gebäuden ein Zentrum der Bewahrung, Bildung, Kommunikation und Integration mit einem Werbeeffekt für die Region aufbauen. Das Imuset will als weicher Standortfaktor industrielle Ansiedlungen unterstützen, den Tourismusstandort Schönebeck entwickeln helfen und sich in die europaweite Industrietourismusroute, den Elberadwanderweg und das „Blaue Band“ einordnen.