Barby l „Seit zwölf Jahren steht der Elberadweg an der Spitze der beliebtesten Fernradwege Deutschlands. Das Radwandern erwies sich im vergangenen Jahr als wichtiger Wirtschaftsfaktor für alle touristischen Anbieter am Elberadweg, zumal sich die Zahl der Fernradler nach einer Zählung in den vergangenen Jahren erheblich erhöht hat und bei geschätzten 290?000 liegt. Dazu kommen geschätzte 140?000 Tagesradler. Ein Umsatzvolumen von 127,5 Millionen Euro allein durch die Fernradler beweist das Wirtschaftspotential des Radwanderns an der Elbe.“

Der Stand der Dinge?

Auf dieses Volksstimme-Zitat machten Radweg-Initiator Rainer Bittersmann und Gastronom Frank Bläsing aufmerksam, als kürzlich der Landtagsabgeordnete Gunnar Schellenberger ins Barbyer Rathaus eingeladen hatte. Anlass war der Stand der Dinge zum Radweg von Barby nach Pömmelte.

Doch welcher Förderantrag verspricht die größten Chancen? Schellenberger empfahl der Stadt vor Wochen Kontakt zu „Leader“ aufzunehmen, wo Fördermittel für den ländlichen Raum auf den Weg gebracht werden. Hierbei ging es um einen Wettbewerb, der modellhafte Projekte für den Klimaschutz dank Radverkehr unterstützt. Doch dort winkte man ab: „Insgesamt soll die Nutzung des Fahrrades attraktiver gestaltet und somit der Radverkehr substanziell gestärkt werden. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist ein Maßnahmenbündel. Einzelmaßnahmen werden nicht gefördert“, hieß es.

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Nach dieser Absage verfolgte die Stadt diese Beantragung nicht weiter. Was Gunnar Schellenberger mit Unverständnis quittierte: „Das ist deren Meinung. Ich interpretiere das aber etwas anders.“ Bürgermeister Jens Strube: „Da hätten wir außerdem für 2000 Euro eine Projektskizze gebraucht. Dieses Geld haben wir nicht.“ Das sei eine „freiwillige Aufgabe“, die Stadt sei in strammer Konsolidierung.

"Ich werde mich kümmern"

Laut Strube setze die Stadt auf Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler). Das geschehe, sobald die Antragsunterlagen beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (Alff) frei gegeben sind. „Ich werde mich darum kümmern, um die Sache zu beschleunigen“, sagte Schellenberger zu. Ziel sei, die Antragsunterlagen am 15. Mai komplett zusammen zu haben.

Wie wichtig ein Radweg von Barby nach Pömmelte ist, unterstrich Pensionsbetreiber Frank Bläsing nochmal. Seine Übernachtungsgäste würden bereits jetzt schon verstärkt nach der Fahrradroute zum Ringheiligtum Zackmünde fragen, obwohl die Anlage erst im Juni eingeweiht wird. „Ich muss ihnen dann immer sagen, dass sie entweder einen Riesenumweg über den Hamster-Bördeweg machen, oder über die gefährliche Landstraße fahren müssen“, so Bläsing.

Gunnar Schellenberger wird mit der Stadtverwaltung Barby weitere Schritte am 9. Mai beraten.