Barby l Der Saale-Radweg verläuft über 427 Kilometer an der Sächsischen Saale von der Quelle am Großen Waldstein bis zur Mündung in die Elbe bei Barby. In der wärmeren Jahreszeit sind es hunderte Strampler, die sich alle Jahre wieder dieser Tour hingeben. Unterwegs werden ihnen die fünfstufigen Saalekaskaden mit der Bleilochtalsperre, das Gradierwerk Bad Kösen oder viele Burgen und Schlösser wie Burgk, die Heidecksburg Rudolstadt, die Leuchtenburg bei Kahla, Rudelsburg, Goseck oder das Bernburger Schloss erklärt. Überall gibt es Info-Tafeln, die Wissen vermitteln. Nur am Ziel der Tour, an der Saalemündung, nicht.

Die Stadt Barby mit ihrem Millionen-Defizit, wo touristische Themen zu den „freiwilligen Aufgaben“ zählen, brachte derartige Dinge auch in guten Jahren nicht fertig. Und da die Finanzmisere auch mittelfristig nicht besser wird, ergriff der Tourismusverein die Initiative.

Steigerung der Attraktivität

„Uns hat dieser Mangel schon lange Zeit gewurmt“, gesteht Klaus Bittrich, Vorsitzender des elbestädtischen Tourismusvereins „Grafschaft Barby“. Nach Einholung aller Genehmigungen und Klärung der Finanzierung über Sponsoren steht die Tafel seit wenigen Tagen. Nachgebessert sollen noch zwei Stützen werden, um der Windlast (und vielleicht den Vandalen) zu trotzen.

Die Info-Tafel lädt ihre Betrachter zu einem kleinen geschichtlichen Exkurs ein. Erklärt wird die historische Bedeutung des Saalhorns, das im Barbyer Lehnbuch erstmalig 1494 urkundlich erwähnt wird. Es diente als Umschlagplatz für den Salzhandel. Das „weiße Gold“ wurde in Halle gesiedet, mit Saalekähnen bis zur Mündung gebracht und dort auf Elbkähne umgeladen. Das geschah aus Finanzgründen, da auf dem Landwege in Aken (Anhalt) Zoll hätte gezahlt werden müssen.

Später ersetzten Segelschiffe menschliche Treidler, die Kähne am Seil stromaufwärts zogen. Erwähnt wird auch Ollenhauers Gastwirtschaft „Zum Saalhorn“ oder der Durchstich von 1934, der die Saale begradigte.

Klaus Bittrich hofft auf eine weitere Steigerung der Attraktivität, wenn der holprige Weg vom Fährhaus zur Mündung aus Mitteln der Hochwasserschadensbeseitigung saniert wurde. „Die Barbyer Handwerkerschaft hat uns bereits zu gesagt, dass sie eine Sitzgruppe an der Saalemündung aufstellen wird“, so der Vorsitzende. Wann das genau geschieht, stehe allerdings noch nicht fest.