Sangerhausen l „Bitte ein kleines Mitleidskonzert!“ Die Mitglieder einer Musikgruppe aus dem Mansfelder Land haben den Festumzug schon hinter sich, als sie die noch immer wartenden Salzländer quasi von hinten einholen. Cornelia Heller, die Sprecherin des Schönebecker Ameos-Klinikums und Holger D. Freßdorf vom Förderverein des Salzlandmuseums betteln ein bisschen und ja, die Musiker, obwohl sichtlich erschöpft, lassen sich überreden, spielen das Lied „Glück auf“.

Es ist inzwischen 12 Uhr. Der Tag für die meisten Schönebecker Teilnehmer am großen Festumzug beim Sachsen-Anhalt-Tag in Sangerhausen hat bereits um 7 Uhr begonnen: Treffen am Schönebecker Klinikum. Denn das hatte einen Bus bestellt - sowohl für die eigenen Leute als auch für Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Soleparks, auch Holger D. Freßdorf vom Museumsförderverein und ein Volksstimme-Redakteur dürfen mit. Letzterer ist ganz privat dabei, als Umzugsteilnehmer. Und doch entsteht dieser Bericht - weil, ja weil es die Sache wert ist. Denn erstens stellt der Salzlandkreis beim Sachsen-Anhalt-Tag die größte Gruppe (viel größer als die Städte Magdeburg und Halle). Und zweitens ist die Stadt Schönebeck, im Gegensatz zum vergangenen Jahr mit lediglich vier Aufrechten, mit einer großen Truppe vertreten - gesponsert von den Stadtwerken Schönebeck.

Warten, warten, warten ...

Doch alle Salzländer - darunter die Schönebecker Wasserwehr mit ihrem Leiter Dirk Lindner, dann Tim Wilke und Bobby Wagner von der Ambulanz Mobile GmbH, die Ameos Mitarbeiter Cornelia Heller, Daniela Linde, Annett Kroon, Veronika Wernitz, Monika Normann, Susann Emmer, Dana Bläsing und Sven Weingarte, die Solepark-Mitarbeiter Sibylle Schulz, Andrea Silber, Frank Otto, Karina Schukowski mit ihren Töchtern Mira und Jette, Nachtwächter Jeff Lammel, Christian Jakobs vom Förderverein Hummelberg-Turm, Helmut Huppertz, Christiane und Christian Meinel vom Städtepartnerschaftsverein, Stadtrat Markus Baudisch, Schönebecks Kämmerin Petra Pöschke, ihre Kolleginnen aus der Verwaltung Dominika Dansco und Vanessa Vehse, Matthias Zander und Hans-Peter Wannewitz vom städtischen Presseamt, Thomas Dube, Micheline Werner, zudem Aktive vom Friedensfahrtmuseum Kleinmühlingen, das Salzlandtheater und die Stadt Staßfurt und viele andere - also, sie alle müssen warten. Vier Stunden lang! Und das bei hochsommerlichen Temperaturen. Leider kommt Salzland recht spät im Alphabet. Eine schöne Geste zeigt Salzland-Landrat Markus Bauer, der die Wartenden persönlich begrüßt. Endlich, um 13 Uhr, setzt sich Block VI in Bewegung zum Gang durch die mit tausenden Besuchern gefüllte Innenstadt, vorüber an vier Hauptbühnen und vielen freundlichen Gesichtern. Das Fazit fällt unter dem Strich positiv aus: anstrengend. Aber eine schöne Erfahrung. Als nach zwei Stunden für die Salzländer der schweißtreibende Umzug beendet ist, steht der Satz einer Sangerhäuserin für sich: „Vielen Dank, dass Sie bei uns waren.“

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