Salzlandkreis

Ausbildungsmarkt unter Druck - das kommt jetzt auf Azubis hinzu

Die Zeit drängt, mahnt die Arbeitsagentur in Richtung Arbeitgeber und Schulabgänger gleichermaßen. Wenn es um die Besetzung von Ausbildungsplätzen geht, müssten sich beide Seiten langsam sputen.

Der Ausbildungsmarkt im Salzland steht gehörig unter Druck. Corona ist ein enormes Problem.
Der Ausbildungsmarkt im Salzland steht gehörig unter Druck. Corona ist ein enormes Problem. Foto: Monika Skolimowska

Schönebeck/Staßfurt

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Im April haben sich 43 Jungen und Mädchen aus dem Salzland weniger als im Vergleich zum Berichtsjahr 2019/2020 bei der Agentur für Arbeit Bernburg gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Insgesamt suchen weniger als 680 Jugendliche zurzeit eine Lehrstelle. Dem gegenüber stehen genau 861?Ausbildungsstellen zur Verfügung, das entspricht fast neun Prozent Rückgang.

Die Bernburger Chefin der Arbeitsagentur, Anja Huth, mahnt: „Jetzt wird es höchste Zeit für Arbeitgeber, die Ausbildungsverträge abzuschließen und die Jugendlichen bis zum Ausbildungsbeginn intensiv zu betreuen. Es wird aber auch höchste Zeit für Jungen und Mädchen, ihre Ausbildungssuche zu verstärken, denn es sind nur noch vier Monate bis zum Ausbildungsbeginn.“

Mit Blick auf das Ausbildungsjahr, das am 1. Oktober 2020 begann und am 30. September 2021 endet, gibt es unterschiedliche Entwicklungen in den Salzland-Regionen.

Mehr Stellen gemeldet

Nur in Bernburg und Umgebung sind mit 303 Ausbildungsstellen mehr zum vorherigen Berichtsjahr gemeldet worden (+9). Das ist im restlichen Landkreis anders.

Aschersleben hat einen Rückgang bei der Meldung der Ausbildungsstellen zu verzeichnen, nur 135 Lehrstellen haben Arbeitgeber zur Besetzung angezeigt. Damit wurde im Vergleich zum letzten April jede fünfte Ausbildungsstelle nicht gemeldet (-21,5 Prozent).

In Staßfurt und Umgebung suchen noch 81 Jungen und Mädchen von insgesamt 147?Bewerbern aktuell eine Lehrstelle. Der Altkreis hat auch einen Rückgang bei der Meldung der Ausbildungsstellen zu verzeichnen, nur 211?Lehrstellen haben Arbeitgeber zur Besetzung angezeigt. Damit wurde im Vergleich zum letzten April jede zehnte Ausbildungsstelle nicht gemeldet (- 11,7 Prozent).

An der Elbe in Schönebeck und Umgebung suchen laut Arbeitsagentur noch 128 Jungen und Mädchen von insgesamt 202 Bewerbern aktuell eine Lehrstelle. Der Altkreis hat auch einen Rückgang bei der Meldung der Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Nur 212?Lehrstellen haben Arbeitgeber zur Besetzung angezeigt. Damit wurde im Vergleich zum letzten April genau wie in Staßfurt jede zehnte Aus- bildungsstelle nicht gemeldet (-11,7 Prozent).

Wettbewerbsfähige Unternehmen

„Ohne Ausbildung beeinträchtigen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit“, betont Agenturchefin Anja Huth. „Ich blicke aufmerksam und mit Sorge auf unseren Ausbildungsmarkt und appelliere jetzt gerade, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben. Jedes Jahr spüren wir die demografische Entwicklung mehr und sie wird durch Corona nicht aufgehalten.“ Würden junge Leute hier keine Ausbildung finden, gingen sie der Region verloren.

Mit Blick auf Unternehmen in Kurzarbeit erklärte Huth, dass Ausbildungsverträge immer geschlossen werden könnten und sollten. Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ habe der Gesetzgeber sogar befristete Fördermöglichkeiten geschaffen, mit denen Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen für beginnende Ausbildungen finanziell unterstützt werden.

Unternehmen geben nach Agenturangaben bei der monatlichen Abrechnung von Kurzarbeit ergänzend eine kurze Erklärung ab, dass sich die Gesamtzahl der Beschäftigten erhöht hat, weil Auszubildende übernommen wurden. Sofern die Abrechnungsunterlagen online übermittelt werden, kann dazu beispielsweise ein separates Dokument als „Sonstiges“ beigefügt werden. Das Gleiche gilt auch für Studien- und Schulabgänger.

Alle Infos für Azubis

Werden Auszubildende nach ihrer Ausbildung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen werden, kann demnach auch für sie Kurzarbeitergeld beantragt werden.

Für Fragen stehen die Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Bernburg unter der Hotline (0800) 4?55?55 20 zur Verfügung.

Zum Thema „Ausbildung“ bündelt die Bundesagentur für Arbeit jetzt auf der Seite: www.arbeitsagentur.de/ausbildungklarmachen.