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BesuchermagnetBarby schließt seine Höfe auf

„Advent in Barbys Höfen“ hieß es am Wochenende beim Weihnachtsmarkt. Das Konzept ging erneut auf: Man sah es an der Besucherzahl. Geöffnet waren zehn Höfe.

Von Thomas Linßner 03.12.2023, 17:37
„Rotlicht“ im Torhaus des Hofes Nr. 1 in der Schulstraße.
„Rotlicht“ im Torhaus des Hofes Nr. 1 in der Schulstraße. Foto: Thomas Linßner

Barby. - „Dass es so gut läuft, hätten wir nicht gedacht“, gestand Jost Mattisseck, der mit Gleichgesinnten das „Prinzeßchen“ und einen kleinen Teil des Schlossparks in den Weihnachtsmarkt eingebunden hatte. Der Weg von der Schloßstraße bis zum Mauertürmchen war mit 20 Fackeln erhellt, eine Mini-Lichterwelt leuchtete im Schnee, oben, im Turmzimmer, zeigte Vereinsmitglied Jürgen R. Krebs über hunderte Stücke seiner Glühweinbecher-Sammlung. Die angenehme Verwunderung des Vorsitzenden des Heimatvereins „Grafschaft Barby“ über die vielen Besucher war berechtigt: Liegt der Schlosspark doch abseits des Innenstadt-Trubels der offenen Höfe, was „gefährlich“ sein kann. Denn der Mensch verlässt nicht gerne seine Party-Komfortzone.

Tat er aber am Wochenende.

Zu den alten Hasen zählte dagegen der Hof Nr. 5 von Stefan Celba, der Familie und Freunde aktiviert hatte. Umringt war sein mächtiger holzgefeuerter Eisenofen, in dem „Handbrot“ gebacken wurde. Nachdem im vergangenen Jahr der Hof infolge Corona kurzfristig sein Geschehen abblasen musste, rüstete der „Erfinder“ der offenen Höfe in Barby auf: Abends rockte dort die Band „Walk On“.

Stefan und Moritz am Brotbackofen.
Stefan und Moritz am Brotbackofen.
Foto: Thomas Linßner

Auch die Barbyer Jäger vergrößerten ihre Präsenz. Neben der Marktbude mit Wildgerichten konnte man es sich in einer überdachten „Jagdhütte“ gut gehen lassen. Wie Weidmann Werner Sienast sagte, komme der Gewinn einem gemeinnützigen Zweck zugute.

Einen regelrechten Stau gab es zuweilen auf der 500-jährigen Holztreppe des Marienkirchturms. Allein am Sonnabend nahmen fast 400 Besucher das Angebot des Kirchbauvereins an.

Die Miniatur-Eisenbahn drehte pausenlos ihre Runden.
Die Miniatur-Eisenbahn drehte pausenlos ihre Runden.
tli

Es ist kein Geheimnis mehr: Das Format hat sich zum Selbstläufer entwickelt. Was Quedlinburg seit 1997 vormacht, funktioniert auch in Klein-Barby. Liegt es an der menschlichen Neugier, hinter die Fassaden zu schauen, die normalerweise Tabu sind? Jedenfalls strömten die Menschen besonders am Sonnabend in die Innenstadt.

Organisator des Adventswochenendes ist eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe, die das Engagement von Vereinen, Freiwilligen und Hofbesitzern bündelt.