Barby l Der Weihnachtsmann ist ja wahnsinnig viel unterwegs, da ist es wirklich praktisch für ihn, dass er überall auf der Welt Helfer hat. Einige haben sogar Briefkästen! Vorzugsweise an Orten, an denen Schnee liegt, denn den liebt der Weihnachtsmann besonders. Die Rentiere vor seinem Zauberschlitten können dann auch viel besser starten!

Vorzugsweise. „In Barby hat es das letzte Mal zu Weihnachten 2010 ein bisschen geschneit“, winkt Christina Roeder ab. Die ehemalige Mitarbeiterin des städtischen Bauamtes ist eine der zahlreichen Kooperationspartner des bärtigen Alten. In „normalen Zeiten“, also vor Corona, saß sie bei Weihnachtsmärkten als Märchenerzählerin in der Toreinfahrt gegenüber dem Barbyer Rathaus, wo auch der Wunschzettelkasten stand. Weil das in diesem Jahr nicht ging, stellte sie die schön bemalte Zettelbox vor ihrem Haus im Magdeburger Tor auf. Und staunte: „Es waren deutlich mehr Wunschzettel darin, als sonst.“

Unterschiedliche Wunschansprüche

Christina Roeder antwortet jedem Kind, das seine mehr oder weniger vielen Begehrlichkeiten vertrauensvoll bei ihr einwarf. Wobei sie gleich voraus schickt, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden. Deren Maß kann entweder sehr umfangreich, aber auch auf den Punkt gebracht sein. So schrieb eine Zehnjährige cool: „Das Familienspiel ‚Spiel des Lebens‘. Den Rest kannst du dir ausdenken!“

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Aber auch solche Post kam im Magdeburger Tor an. „Lieber Weihnachtsmann, hast du schon irgendwo Telefon? Denn ich bin nicht so gut im Schrei­ben, darum lass ich’s lieber bleiben, Anna.“

Vermutlich ein Barbyer Neubürgerkind diktierte seiner Mama: „Lieber Weissermann, ich Auto, Polizei auch. Wir backen dir Keckse und stellen Milch mit hin. Raphael, zwei Jahre."

Wunsch-Erfüllung ist auch Arbeit

Die Kinder möchten nicht nur bunte Kartons unter dem Weihnachtsbaum öffnen, sondern sorgen sich auch um das Wohl des alten Knaben. „Deine lieben Wünsche für meine Gesundheit haben mein Herz erwärmt“, antwortet Weihnachtsmann-Sekretärin Christina an Keno aus der Barbyer Marktstraße.

Sie geht in den Standard-Antwortbriefen immer mit ein paar Sätzen auf den jeweiligen kleinen Schreiber ein. „Damit die Kinder nicht enttäuscht sind und sehen, dass der Weihnachtsmann ihre Post auch wirklich liest“, sagt die 68-Jährige. Außerdem legt sie dem Antwortschreiben ein Backrezept und eine Märchen-CD bei. Das macht Arbeit, verschlingt Zeit und kostet auch ein bisschen.

Doch Philanthrop Christina Roeder, die sich zudem im Heimatverein Grafschaft Barby und dem Kirchbauverein engagiert, kann offenbar nicht anders. Was das Weihnachtsengagement betrifft, gibt sie zu bedenken: „Die Kinder sollten möglichst lange an den Weihnachtsmann glauben und den Zauber der Weihnachtszeit, der so schnell verloren geht, wenn man erwachsen wird, in sich aufnehmen.“