Barby/Glinde l Mitarbeiter der Berliner Firma Züblin Wasserbau GmbH hatten auf einer Länge von 210 Meter sogenannte Spundbohlen gerammt, die den Deich an dieser neuralgischen Stelle stabilisieren.

Die 14 Meter langen Spundbohlen wurden durchschnittlich 12 Meter tief eingebracht und erreichen damit die gewachsenen Schichten im Erdreich. Da oft nur einen Meter unter der Ackeroberfläche im Elburtal eine mächtige Kiesschicht beginnt, drohten Schwierigkeiten durch Findlinge. So trafen besonders die ersten Spundwandsegmente auf Widerstände tief im Erdreich, die aber überwunden werden konnten. Prinzipiell können Spundwände, angepasst an die Bodenverhältnisse, mit dem erschütterungsfreien Pressverfahren, erschütterungsarmen Vibrationsverfahren beziehungsweise Rammverfahren eingebracht werden.

Beim Barbyer Ortsteil Monplaisir (Salzlandkreis) entschied man sich nach Auswertung des Bodengutachtens für die Vibration. Dabei wurden die Spundbohlen mit Hilfe von hochfrequenten Vibratoren in den Boden auf die geforderte Endtiefe gebracht. Das Gerät hing an einem riesigen Autokran, dessen Ausleger die Baustelle über Wochen markierte. Die besondere Situation am „45er Bruch“ lässt eine Verstärkung des Deiches auf der Landseite nicht zu, weil dort ein Teich ist. Vermutlich bildete sich der sogenannte Kolk nach einem Deichbruch im 19. Jahrhundert. (Die Auskolkung entstand, als das Wasser der Elbe mit großem Druck landseitiges Erdreich abtrug.) Später wurde an dieser Stelle auch Kies zum Straßenbau gewonnen.

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Berme kann nicht verbreitert werden

Am „45er Bruch“ kann - wie man es beispielsweise beim sanierten Damm bei Klein Rosenburg sieht - die Berme (zur Verstärkung des Deiches auf der Landseite) nicht verbreitert werden, auf der bei DIN-gerechten Dämmen der „Deichverteidigungsweg“ verläuft. Wie LHW-Projektverantwortliche Birgit Harth sagte, werden Deichverteidigungs- und Kontrollweg nur im Bereich der Spundwand auf der Deichkrone zusammengeführt.

Der weitere Elbdamm zwischen den ehemaligen Maisan­werken und Glinde soll im kommenden Jahr ertüchtigt und auf DIN-Norm gebracht werden. Es ist geplant, die asphaltierte Baustraße in absehbarer Zeit rückzubauen.