Calbe l „Das neue Bauen“, ist das Wohngebiet Am Hänsgenhoch in Calbe überschrieben. Am Stadtrand zur Nachbargemeinde Bördeland sollen sich künftig die Wohnträume junger Familien erfüllen. Die Stadt, sagt Bürgermeister Sven Hause, verzeichne eine wachsende Nachfrage nach Bauland in der Verwaltung.

Mit dem neuen Wohngebiet soll diese Nachfrage befriedigt werden. Zwischen einem bestehenden Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und einer Siedlung mit Mehrfamilienhäusern, die über das Programm für den sozialen Wohnungsbau einst gefördert wurden, soll die große Lücke mit dem neuen Wohngebiet geschlossen werden.

Unternehmer baut Häuser

Jan-Hendrik Jacobs, ein holländischer Unternehmer, hat die rund vier Hektar große Baufläche erworben und möchte hier Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser errichten. Die Baugrube für die Doppelhäuser ist bereits ausgehoben. In den kommenden Wochen soll hier schon mit dem Bau begonnen werden.

Bei der Errichtung der Häuser kommt „Das neue Bauen“, ins Spiel, schildert er. Denn gebaut werden sollen die Häuser an einem Tag, so das Ziel. Die Wände sollen in einem Werk aus Beton vorproduziert werden. Auf der Baustelle haben die Arbeiter dann nur noch die Aufgabe, die angelieferten Teile in der richtigen Kombination miteinander zu verbinden und aufzubauen.

Wie bei Fertigteilhäusern, die aus Holz in Werken vorproduziert werden, soll dies in Calbe nur mit Teilen aus Beton funktionieren. Dabei sollen die Häuser die aktuellen Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen und auch übererfüllen, sagt Elke Ziegler. Sie ist die Geschäftsführerin der Betonfertigteile Groß Rosenburg und auch Ansprechpartnerin für Interessierte in dem neuen Wohngebiet.

Reihenhäuser entstehen

Zunächst werden einige Reihenhäuser errichtet, die anschließend vermarktet werden, kündigt sie an. Das Bauunternehmen werde dabei die Häuser im Rohbau errichten. Die Bauherren könnten dann entscheiden, wie sie ihr Haus ausbauen wollen. Die mehrgeschossigen Wohnhäuser sollen sich dabei von außen unterscheiden durch verschiedene Klinkerfarben, sagt sie. Jedes Gebäude solle individuell bleiben.

Die Mehrheit der Baugrundstücke wird über den Anbieter bauträgergebunden vermarktet. Die Bauherren müssen in diesem Fall mit dem Anbieter bauen. Nur für eine kleine Zahl von Grundstücken soll es dies nicht geben, sagt Bürgermeister Sven Hause. Fünf bis sechs Grundstücke seien bauträgerfrei. Hier könnten die Bauherren nach eigenem Wunsch ihre Häuser errichten, wenn sie mit dem Bebauungsplan und den darin enthaltenen Vorschriften im Einklang stehen.

Stadt verjüngen

Mit dem neuen Wohngebiet sieht der Bürgermeister eine Chance, die Stadt weiter zu verjüngen. Um junge Familien und Fachkräfte in der saalestadt mittel- und langfristig zu halten, benötigt die Stadt attraktive Möglichkeiten, um Häuser zu bauen. Die Lage Am Hänsgenhoch sei dafür ideal, schwärmt der Bürgermeister.

Das neue Wohngebiet liege nicht nur unweit des Stadtzentrum. Nur wenige Minuten bräuchten die künftigen Bewohner, um den Zug zu erreichen. Unweit der neuen Siedlung fährt er vorbei, als der Bürgermeister spricht.

Calbe auf Zuzug angewiesen

Außerdem besitzt die Stadt mit allen drei möglichen öffentlichen Schulformen ideale Voraussetzungen für die Gründung einer eigenen Familie, betont er. In Zukunft ist die Saalestadt auf den Zuzug weiterer Familien angewiesen, wenn sie die Einwohnerzahl halten und ebenso die Zahl der Kinder in der Stadt stabilisieren will. Mit dem neuen Wohngebiet soll die Saalestadt attraktiver für junge Familien werden.

In Zukunft, sagt er am Rande, werde die Stadt sich aber ebenso bemühen, auch leerstehende Grundstücke in der Innenstadt wieder bebaubar zu machen. Das sei für die Kommune eine großes Zukunftsthema, die Innenstadt wieder zu beleben und dort mehr Bautätigkeit zu entwickeln. Natürlich müssten sich die Gebäude dort dann an der umgebenden Bebauung orientieren. Das könne aber für Bauherren ebenso sehr reizvoll und interessant sein, zeigt er sich überzeugt.