Calbe l Viel Geduld brauchten in diesem Jahr die Bewohner östlich der Saale. Denn die Brücke über den Fluss war seit Beginn der Sommerferien gesperrt worden. Die ursprünglich für sechs Wochen geplante Sperrung fiel erheblich länger aus, weil der Reparaturaufwand an der Brücke deutlich höher ausfiel, als von den Fachleuten zunächst erwartet. Vor allem die Anschlüsse waren nach jahrelanger Belastung so zerstört, dass sie umfangreicher wieder aufgebaut werden mussten. Der ursprüngliche Zeitplan war nicht mehr einzuhalten.

Dabei hatte die Landesstraßenbaubehörde die Reparatur bereits um ein Jahr verschoben, weil der Landkreis die Sperrung nicht genehmigte. Der Grund liegt hier vor allem im Schulbusverkehr. Die den Bürgern zugemutete Umleitung über Nienburg ist für den Schülerverkehr in der Praxis kaum durchführbar. Denn die Busse werden morgens und nachmittags gebraucht, wenn die Schüler zur und von der Schule befördert werden müssen. Deshalb gab es für die Busse eine Ausnahme. Sie durften die Baustelle befahren und während der Bauarbeiten die Brücke schon nutzen.

Brücke in frischer Farbe

Nun erstrahlt die Saalebrücke wieder in frischer Farbe. In den kommenden Jahren sorgt der Anstrich dafür, dass das Metall nicht rostet. Umfangreich gestalteten sich die Arbeiten für den Anstrich. Die Stahlkonstruktion musste dazu komplett eingerüstet werden. Außerdem mussten die Bauarbeiter dafür sorgen, dass nichts in die Saale fiel. Unter der Brücke wurde deshalb eine aufwendige Konstruktion gebaut. Zunächst wurde mit einem Sandstrahl die alte Farbe abgestrahlt. Erst danach folgte der frische Anstrich.

Ruhiger schlafen können nach den Bauarbeiten nun auch die unmittelbaren Anwohner der Saaleüberquerung. Die Anwohner waren es, die zuletzt von den Fahrzeuggeräusche genervt waren. Diese entstanden an den Übergängen zum Brückenbauwerk. Mit lauten Schlägen meldete sich die Konstruktion, sobald ein Fahrzeug das Bauwerk befuhr. Die lauten Geräusche an den Übergangsstellen waren für die Fachleute die Hinweise, dass die Anschlüsse defekt sind. In welchem Ausmaß die Defekte sich schließlich zeigten, wurde erst nach dem Öffnen der Fahrbahn deutlich.

Die lauten Fahrgeräusche sind nun wieder verschwunden und rauben den Anwohnern nicht mehr den Schlaf. Dennoch haben die Brückenbauarbeiten gezeigt, dass die Saalebrücke bei Calbe eigentlich nicht ausreicht, wenn gleichzeitig auch die Fähre in Groß Rosenburg nicht fahren kann. Das Fährschiff sollte die Brückensperrung eigentlich für die Pkw kompensieren. Wochenlang lag die Fähre wegen Niedrigwassers der Saale aber an der Kette. Die Bürger mussten weite Umwege fahren.

Einschränkung machte sich bemerkbar

Bemerkbar machte sich die Einschränkung des Straßennetzes ebenso bei einigen Veranstaltungen in der Saalestadt. Bürger aus dem Elbe-Saale-Winkel blieben mitunter aus, weil sie offenbar den Umweg nicht fahren wollten. Manche reagierten mit Hilfsangeboten, wie in Schwarz. Hier bot eine Bürgerin ihren Nachbarn Mitfahrgelegenheiten an. Denn die Brückensperrung hatte auf den öffentlichen Nahverkehr ebenso Auswirkungen. Die Buslinien wurden umgeleitet. Wer wirklich mit einem Bus über die Saale wollte, musste sich vorher telefonisch anmelden, sonst machten die Linienbusse einen weiten Bogen um Orte wie Schwarz, um nicht zu viel Zeit auf der Oststeite der Saale zu verlieren.