Biwakgruppe der Barbyer Schützengilde

"Compagnie" in Theresienstadt

Von Thomas Linßner

Eine Gruppe der Barbyer Schützengilde "Herzog-Heinrich" nennt sich "Compagnie Barby". Sie beteiligt sich regelmäßig an Biwaks, in denen man wie vor 300 Jahren lebt. So auch kürzlich in Theresienstadt.

Barby (tli) l Kürzlich nahm die "Compagnie Barby", als Bestandteil des Infanterieregiments Nr. 5 Sachsen-Weißenfels, an einem militärhistorischen Treffen des 18. Jahrhunderts auf der Festung Theresienstadt (Tschechien) teil.

Die "Compagnie" folgte einer Einladung des österreichischen Regiments Salm zu Salm. Zusammen mit dem Infanterieregiment von Gaisruck und dem 3. Chursächsischen Kreisregiment aus Kamenz wurde auf der Seite Österreichs gegen Preußen gekämpft.

"Am Anreisetag - es sind etwa 310 Kilometer von Barby - standen Zeltlageraufbau und Ankochen im Vordergrund", berichtet Compagnie-Chef Andreas Brennecke. Es folgte eine Kommandeursberatung über den Ablauf und eine Eröffnungsansprache des Bürgermeisters am Rathaus der Stadt. Anschließend begann, was die Biwak-Männer jedesmal aufs Neue fasziniert: Lagerleben, Essen fassen und der erste Tropfen edlen Weines floss die Kehlen hinunter.

Tags darauf standen zwei Feldgefechte gegen die Preußen an, wovon eines ab 21 Uhr als Nachtgefecht deklariert wurde.

Ganze Arbeit geleistet

"Die Pyrotechniker hatten ganze Arbeit geleistet. Es war einfach unvorstellbar, was dort auf die Beine gestellt wurde", schwärmt Brennecke. Er gesteht, seit 2006 nichts Vergleichbares gesehen zu haben. Seit jenem Jahr sind die Barbyer Mitglieder im Dachverband "Dreispitz". Es brannten Kulissen, explodierten Planwagen und Barrieren und die Kanonen schossen aus allen Rohren.

"Wir exerzierten nach dem österreichischen Reglement in drei Bataillonen mit rollendem Feuer, wobei das erste und zweite Glied im Wechsel über die ganze Linie feuert.

Außerdem gab es einen Bauernmarkt, einen Scharfrichter mit üblen Instrumenten, die auch erklärt wurden, Kunstschmiede, Zeltbauer sowie Lederer, die das Leben in der Festung zur Zeit des 18. Jahrhunderts darstellten.

Am letzten Tag ging es dann ans "Abkochen" und den Abbau des Feldlagers. Anschließend traten die einzelnen Vereine die Heimfahrt an, wobei es für die meisten die letzte Veranstaltung 2011 in der friderizianischen Szene war.