Corona-Fälle in Schulen, Kitas, beim Kreiswirtschaftsbetrieb, beim Jobcenter und in der Verwaltung

Aufgrund eines positiv getesteten Kindes in der Grundschule Könnern hat das Gesundheitsamt des Salzlandkreises entschieden, die Schule vorläufig zu schließen. Da das Kind bis zuletzt im Hort betreut wurde, sei eine jahrgangsübergreifende Ansteckung nicht auszuschließen. Für die 171 Schüler folgt häusliche Quarantäne. Bei Krankheitsanzeichen sollen Tests folgen.

Nicht komplett geschlossen wird hingegen das Gymnasium in Calbe. Dort wurde eine Schülerin aus den älteren Jahrgängen positiv getestet. Häusliche Quarantäne ordnete das Gesundheitsamt für alle Schüler der Klasse sowie weitere Schüler an. Betroffen sind 33 Schüler sowie mehrere Lehrer. „Wir gehen davon aus, dass der Kontakt mit anderen Klassen der Klassenstufe sowie der anderen Jahrgänge nicht so intensiv war wie an der Grundschule in Könnern“, erklärt Amtsärztin Heike Leonhardt.

Am Donnerstag wurde eine Schülerin der Pestalozzi-Schule Staßfurt über ihr positives Testergebnis informiert. Alle notwendigen Schritte seien eingeleitet worden.

Bekannt wurde am Freitag der Fall einer positiv getesteten Erzieherin in der Kita „Löwenzahn“ in Bernburg. Die Amtsärztin ordnete für alle Kinder sowie Erzieherinnen zwei Wochen häusliche Quarantäne an. In zweiwöchige Quarantäne müssen auch Kinder und Mitarbeiter des Kinderheims St. Johannis in Bernburg, nachdem dort ein Corona-Fall registriert worden war.

Wichtige Fragen und Antworten finden Eltern von Kindern aus Kitas und Schulen demnächst auf der Corona-Sonderseite des Salzlandkreises unter der Rubrik FAQ. Landrat Markus Bauer (SPD): „Wir wollen gemeinsam mit den Städten und Gemeinden in dieser Situation beispielgebend allen zur Seite stehen.“

Auch der Kreiswirtschaftsbetrieb meldete am Freitag einen positiv getesteten Mitarbeiter. Der Betrieb betont, die Müllentsorgung soll auch in dieser Woche abgesichert werden.

Stand jetzt werden die Wertstoffhöfe im Salzlandkreis geöffnet bleiben. Hintergrund sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verbreitung des Virus. Betriebsleiter Ralf Felgenträger verweist darauf, dass Kontakte bei der Wertstoffab-gabe reduziert werden sollen. Er ruft dazu auf, bargeldlos zu zahlen.

Beim Jobcenter des Salzlandkreises wurden in den vergangenen Tagen sechs Mitarbeiter positiv getestet. Betriebsleiter Thomas Holz hat entschieden, dass in Schönebeck persönliche Kontakte zu Kunden nur noch in dringenden Notfällen stattfinden dürfen. An anderen Standorten bleiben Beratungsgespräche nach Termin-anmeldung möglich. „Wir sind weiterhin arbeitsfähig“, so Holz. Das betreffe auch Auszahlungen.

Auch in der Kernverwaltung wurde eine Mitarbeiterin positiv getestet. Sie befindet sich in häuslicher Isolation. Tests unmittelbarer Kollegen fielen negativ aus.

Derzeit gibt es 175 aktive Corona-Fälle im Salzlandkreis (Stand 31. Oktober). Der Inzidenzwert liegt derzeit bei 65,27. (vs)

Schönebeck l Zum vorerst letzten Mal stand Humoristin Josefine Lemke am Freitag, 30. Oktober 2020, noch einmal auf der Bühne. Wie so oft in den vergangenen Monaten nach dem ersten Lockdown war sie im Hotel Acamed Resort Neugattersleben zu Gast. Als „Lisbeth“ präsentierte sie den Besuchern Hüttenkabarett – zumindest denen, die noch da waren. Schließlich dürfen auch Hotels aufgrund des Lockdown „light“, der ab heute gilt, keine touristischen Übernachtungen mehr anbieten und Josefine Lemke die geplanten Auftritte in dem Hotel nun nicht mehr wahrnehmen.

Dabei findet die Humoristin aus Eggersdorf: „Die Kultur ist kein Treiber der Infektionszahlen nach oben. Abstand und Hygieneregeln wurden eingehalten.“ Das Kabarett-Angebot für die Hotelgäste habe der Hotelchef nach dem ersten Lockdown geschaffen, berichtet Josefine Lemke. Maximal 30 Hotelgäste konnten sich das Programm der Humoristin ansehen. Für die Eggersdorferin fallen aufgrund der neuen Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus aber nicht nur diese Engagements flach, sondern auch alle anderen, die im November, dem Monat, in dem schon viele Weihnachtsfeiern stattfinden, angestanden hätten. Statt der üblichen 200 Auftritte im Jahr kommt sie 2020 voraussichtlich auf 125. Das sind finanzielle Einbußen, die Josefine Lemke dazu zwingen, an ihr Erspartes zu gehen. Trotzdem sagt sie: „Es ist nunmal so, wie es ist.“

Unterstützung nur geplant

Zwar sollen Künstler von der Bundesregierung finanziell unterstützt werden – konkret ist geplant, ihnen 75 Prozent der Einnahmen vom November vergangenen Jahres als Umsatzausfall zu zahlen – doch steht das noch nicht fest. „Es wäre schön gewesen, wenn da nicht nur ein Produkt in den Raum gestellt wird, sondern dieses auch schon sicher ist“, findet Josefine Lemke.

Massiv eingeschränkt durch den neuerlichen Lockdown sind auch Gastronomen. So muss trotz funktionierendem Hygienekonzept seit heute auch das Restaurant Adria in Schönebeck schließen. Zumindest für Vor-Ort-Gäste. Abgeholt werden dürfen Bestellungen weiterhin. „Ich werde auch diesen Lockdown überstehen“, ist sich Restaurant-Chef Davor Mandic aber sicher.

Sorgen um Personal

Seine Gedanken drehen sich aktuell weniger um sich selbst als um sein Personal, das er jetzt teils wieder in Kurzarbeit schicken muss. Dabei war die Kurzarbeit-Phase doch gerade erst überstanden, er wollte sogar einen neuen Koch und eine neue Kellnerin anstellen. Das hat sich mit dem Lockdown „light“ aber vorerst erledigt. Wie während des ersten Lockdowns wird es in seinem Restaurant Speisen zur Abholung geben. Einen Lieferservice will er nicht einrichten. „Der Aufwand wäre zu groß“, sagt Davor Mandic.

Sein Weihnachtsgeschäft wird Davor Mandic auch nicht wie geplant durchführen können. Damals, im Dezember 2019 als Corona noch keine Rolle gespielt hat, hatten schließlich schon viele Leute einen Tisch reserviert – ohne dass Davor Mandic Abstände einplanen musste. Viele Reservierungen kann er aus diesem Grund nicht einhalten, bittet deshalb vor allem die Leute, sich im Restaurant zu melden, die keine Rufnummern hinterlassen hatten.

Öffentliches Leben steht still

Stillstand herrscht ab sofort auch bei (Sport-)vereinen. Bereits am Wochenende war der Sportbetrieb bei Union Schönebeck eingestellt, Spiele nach einer Sitzung des Präsidiums am Donnerstag abgesagt worden. „Wir sind total traurig, dass wir zu diesem Schritt erneut gezwungen werden“, sagt Frank Wedekind, Vizepräsident des größten Schönebecker Vereins. „Ich hoffe, dass es bei den angesetzten vier Wochen bleibt, die wir, ohne gemeinsam Sport treiben zu können, überstehen müssen“, hofft Wedekind inständig.

Geschlossen sind ab heute im Zuge des Lockdowns in Sachsen-Anhalt auch Einrichtungen der Freizeitgestaltung wie beispielsweise Museen und Schwimmbäder. So auch das Salzlandmuseum und des Solequell. Veranstaltungen sind untersagt. Und auch Kosmetikstudions, Massagepraxen und Tattoo-Studios müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen dürfen aber weiterhin durchgeführt werden.

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr dürfen zumindest in Sachsen-Anhalt Tiergärten und Zoos geöffnet bleiben, so auch der Bierer Berg. Und auch Friseursalons sowie Groß- und Einzelhandel, sprich alle Geschäfte, bleiben geöffnet.