Schönebeck l Norwegen hat es den Eheleuten Siegfried und Waltraud Meißner besonders angetan. „Das ist schon beeindrucken, wenn man mit dem Schiff in die riesigen Fjorde einfährt“, sagt die 82-jährige Rentnerin, die gemeinsam mit ihrem Mann schon fast die halbe Welt bereist hat. Diesen Donnerstag stand für die beiden ein besonderes Jubiläum: die diamantene Hochzeit. „60 Jahre, das ist schon Wahnsinn“, sagt Waltraud Meißner. „Da fragt man sich, wo die ganze Zeit geblieben ist.“

Tanz mit Tanten

Kennengelernt hatten die beiden sich beim Tanzen im Schützenhaus in Gommern, als der Tag des Bergmanns gefeiert wurde. „Ich war mit meiner Mutter und meinen Tanten dort, die auf mich aufgepasst haben“, erinnert sich Waltraud Meißner und lacht. „Zum Glück hat er sich trotzdem getraut, mich zum Tanzen aufzufordern.“ Er sei damals eher ruhig, aber nett gewesen. „Das hat mir gleich gut gefallen und das gefällt mir auch heute noch“, sagt die Seniorin. Und Siegfried Meißner war damals auch sehr schnell von seiner Zukünftigen angetan. „Alles Drum und Dran hat mir bei ihr gleich gefallen“, sagt der gebürtige Schönebecker. Zum Glück waren auch Verwandten sehr schnell mit ihm einverstanden.

Geheiratet haben die beiden schließlich im Rathaus in Gommern, zogen jedoch bald nach Schönebeck, genauer gesagt nach Sachsenland. Siegfried Meißner arbeitete mehr als 40 Jahre lang im Schönebecker Heizkessel-Werk. Seine Frau war erst Kindergärtnerin und machte schließlich ihren Meister in der ehemaligen Schuhfabrik. „Ursprünglich wollte ich aber mal Schneiderin werden“, sagt sie. So nähte sie immer in ihrer Freizeit gern ihre eigenen Kleider mit der Nähmaschine. Und bei ihrer Hochzeit vor 60 Jahren trug sie natürlich auch ein selbstgenähtes gelbes Kleid.

Siegfried Meißner war bis vor zwei Jahren im Sportverein als Kegler aktiv. „Die Gemeinschaft bei dem Sport ist eine tolle Sache“, sagt der Rentner, der auch lange Zeit in verschiedenen Funktionen im Verein ehrenamtlich tätig war. Seine Frau hat zwar selbst nie gekegelt, war aber immer wieder dabei, um ihn anzufeuern. „Bei den Keglern ist immer sehr viel Stimmung“, sagt sie.

Hochzeitsreise nach Norwegen

Und dann haben die beiden zusammen auch noch fast die halbe Welt erkundet. „Wir haben in den vergangenen Jahren 27 Kreuzfahrten unternommen“, sagt Waltraud Meißner.

Der Grund: Der Sohn arbeitete lange auf einem Kreuzfahrtschiff, später auch der Enkel. So konnte die ganze Großfamilie zusammen auf dem Schiff sein. „Wir waren überall im Mittelmeer, in der Ostsee oder in der Karibik“, erzählt Waltraud Meißner. Aber am schönsten war es natürlich: „Bei den Fjorden in Norwegen.“ Und was ist das Geheimnis für so eine lange glückliche Ehe? „Natürlich gibt es immer mal Höhen und Tiefen“, sagt Waltraud Meißner. „Aber man muss auch verzeihen können. Schließlich macht jeder mal Fehler.“ Und ihr Mann kann ihr da nur zustimmen.

Oberbürgermeister gratuliert

Mittags kam zur diamantenen Hochzeit auch noch Schönebecks Oberbürgermeister Bernd Knoblauch (CDU) zum Gratulieren mit einem Strauß Blumen bei den Meißners vorbei. Abends wurde schließlich noch mit einem Essen in einem Restaurant an der Elbe im Kreis der Familie gefeiert. Mit dabei waren der Sohn und der Enkel samt Anhang.

Die diamantene Hochzeitsreise steht für das Ehepaar Meißner dann im nächsten Jahr an. „Dann fahren wir wieder mit dem Kreuzfahrtschiff an die schöne norwegische Küste“, sagt Waltraud Meißner.