Calbe l Nach Ostern sollten die Arbeiten am Goethestein und den anderen Denkmalsteinen wieder aufgenommen werden. Die Mitglieder des Verschönerungsvereins hatten dazu schon vor Wochen begonnen, den Bauwagen und kleine Hütte am Goethestein mit Werkzeugen und Ausrüstung zu bestücken. Pumpen, Werkzeuge und ein Stromerzeuger, sagt Klaus Weila. Er ist der Projektleiter für die Außeneinsätze der ehrenamtlichen Mannschaft. Der Stromerzeuger ist wichtig, damit die elektrisch betriebenen Geräte benutzt werden können. „Wir könnten auch alles mit Geräten machen, die mit Akkus betrieben werden“, sagt er. Die Variante sei aber deutlich teurer und immer müsste sich jemand um die Akkus kümmern. Ein Stromerzeuger vor Ort sei da die bessere Variante.

Doch seit Dienstag dieser Woche stehen die Männer ohne Werkzeug da. Denn in der Nacht zum Dienstag wurde in den Bauwagen und den Geräteschuppen am Goethestein eingebrochen. Die elektrischen Geräte wurden alle gestohlen, schildert er. Mehr als 1500 Euro Schaden sei dabei entstanden. Noch größer ist der Schaden aber bei einem anderen Verlust. Der Löwenkopf ist ebenfalls gestohlen worden, sagt er.

Der Löwenkopf ist der Wasserspeier unter dem Goethestein. In monatelanger Kleinarbeit haben die Mitglieder des Verschönerungsvereins die Drainage wieder im Weinberg aufgebaut. Die unterirdischen Rohre gab es schon früher. Über Öffnungen konnte das Oberflächenwasser in die Rohre einsickern und entsprechend gelenkt werden. Aus dem Löwenkopf unterhalb des Goethesteins kam es dann wieder an die Oberfläche und wurde eine Zeit lang von den Calbensern mit Kannen geholt.

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Monatelange Arbeiten

Das wollten die Männer wieder aufbauen. In den Jahrzehnten, in denen die Denkmalsteine in Vergessenheit gerieten, waren die Rohre verstopft. Nur noch spärlich tröpfelte das Wasser aus dem Löwenkopf. Monatelang arbeiteten die Männer des Vereins an der Anlage. In den kommenden Wochen wollten sie hier die Arbeit abschließen. Der Löwenkopf sollte dazu wieder angebaut werden. Der Originalkopf wurde dazu abgebaut und in einem Betrieb restauriert, schildert Klaus Weila. Ein befreundeter Unternehmer erledigte die Arbeit und verzichtete auf eine Rechnung. Erst vor wenigen Tagen kam der Kopf zurück.

„Den haben wir ganz unten versteckt“, sagt Klaus Weila. Trotzdem verschwand er bei dem Einbruch. Doch es gibt ein Foto von dem restaurierten Kopf. Längst sind die Mitglieder des Vereins zur Polizei gegangen und haben Anzeige erstattet. Sie haben die Hoffnung, dass der Kopf vielleicht wieder auftaucht. „Schließlich handelt es sich um das Original“, sagt er. Die Figur ist viele Jahrzehnte alt. „Es wäre schön, wenn wir das Original wieder bekommen könnten und einbauen dürfen.“

Um demnächst wieder mit der Arbeit zu beginnen, ist der Verein auf Spenden angewiesen. „Wir freuen uns über Sach- und Geldspenden“, sagt er. Die Ausrüstung müsse wieder beschafft werden, damit es weitergehen könne. Mit nur wenigen Mitgliedern wollten die Calbenser jetzt wieder anfangen. Schließlich liege jede Menge Arbeit vor ihnen.

Gestern ging es erst einmal darum, die kleine Bauhütte am Goethestein wieder zu sichern. Diesmal soll die Tür noch massiver gesichert werden. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es aber trotzdem nicht, sagt Klaus Weila.

Ein riesiger Verlust

Für die Arbeit des Vereins sei der Einbruch und der Diebstahl ein riesiger Verlust. Es sei schade, wenn die Arbeit an den Denkmalsteinen so verzögert werden. Was aus dem Wasserspiel unterhalb des Goethesteins nun werde, sei offen. Noch hoffen die Mitglieder, dass sich der Löwenkopf vielleicht wieder anfinde. Vielleicht haben Bürger etwas beobachtet und wenden sich an die Polizei, will er die Hoffnung nicht aufgeben. Schließlich falle so ein goldener Löwenkopf auch schnell auf. Als erstes habe er schon auf den Seiten eines Internet-Auktionshauses nachgeschaut, ob dort der Löwenkopf angeboten werde, sagt er. Leider sei er bislang dort noch nicht fündig geworden. Doch er will die Suche nicht so schnell aufgeben und hofft auf die Rückkehr des Kopfes.