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VerkehrEinigung über Fährpreise in Barby erzielt

Um die Einnahmen anzupassen, schlug die Stadt Erhöhung der Fährpreise vor. Durchgesetzt hat sich der Vorschlag der CDU.

Von Thomas Linßner 04.12.2023, 15:36
Die Fähre Barby-Ronney.
Die Fähre Barby-Ronney. Thomas Linßner

Barby. - Bei der Fährgebührenerhöhung ging es im jüngsten Stadtrat nicht um das Ob, sondern um das Wie.

Wie es aus dem Rathaus hieß, sei die Erhöhung der Gebühren notwendig, da die Personalkosten der Fährleute seit 2018 (letzte Preisanpassung) aufgrund von Tariferhöhungen erheblich gestiegen seien, gleiches gelte für die Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten. „Wir möchten betonen, dass es sich bei den neuen Gebühren keinesfalls um wirtschaftlich auskömmliche Zahlen handelt, sondern, dass wir immer noch über “politische Preise“ reden“, sagte Bürgermeister Torsten Reinharz (SPD) (die Volksstimme berichtete).

Die Stadtverwaltung legte einen Entwurf vor, der die Kosten aller drei Gierfähren angleichen sollte.

Die Zehnerkarte in Barby und Breitenhagen sollte für ein Auto mit Fahrer 30 Euro (bisher 24 Euro), die Zehnerkarte auf der Saalefähre Groß Rosenburg ebenfalls 30 Euro (bisher 15 Euro) kosten. Das wäre eine Erhöhung von sechs Euro pro Zehnerkarte auf den Elbfähren, und 15 Euro auf der Saale gewesen.

Die CDU-Fraktion machte einen Gegenvorschlag: Auf der Saalefähre Werkleitz-Groß Rosenburg sollte die Zehnerkarte für das Auto plus Fahrer 21 Euro (und keine 30 Euro wie von der Verwaltung vorgeschlagen) kosten, was einer Erhöhung um 6 Euro entspräche.

„Generell halten wir eine Erhöhung der Tarife für gerechtfertigt, über die Einzelfahrpreise wollen wir auch nicht diskutieren, wohl aber über die Ausgestaltung der 10er-Karten“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Fabian. Ziel sei es weiterhin einen günstigeren Zehnertarif im Stadtverkehr der Einheitsgemeinde anzubieten. Zudem sei die Saale schmaler als die Elbe und damit die Fahrzeiten geringer.

Separate Betrachtung

Die CDU/FDP-Fraktion beantragte deswegen die Festlegung der Entgeltordnung für die Fähre Groß Rosenburg separat zu betrachten.

Dieser Vorschlag bekam am Donnerstag im Stadtrat die Mehrheit. Fazit: Die Fährpreise steigen bei allen anderen Nutzern (Personen, Radfahrer, Kleintransporter, Lkw usw.). Die Zehnerkarte auf der Saale kostet fortan 21 Euro statt 15 Euro.

Hintergrund war die Gewinn- und Verlustrechnung aller drei Gierfähren. Die Einnahmen der Elbfähre Breitenhagen betrugen im Jahr 2022 insgesamt 132.860 Euro und 144.619 Euro Ausgaben.

In Groß Rosenburg sah es noch schlimmer aus: 45.010 Euro Einnahmen stehen 224.620 Euro Ausgaben gegenüber. Also ein stattliches Minus von 179.610 Euro.

Nur in Barby gab es im vergangenen Jahr ein Plus: 307.358 Euro Einnahmen stehen 159.609 Euro Ausgaben entgegen. Auch wenn hier ein Plus von 147.749 Euro erwirtschaftet wurde, drückt der Fährbetrieb der Einheitsgemeinde den Haushalt der Stadt.

Betrachten sollte man der Objektivität wegen, dass die Fähren Rosenburg und Breitenhagen vom Personalmangel besonders betroffen waren und öfter am Ufer blieben als Barby. Dennoch ist eine Tendenz deutlich, wer mit Gewinn pendelt und wer nicht.