Schönebeck l Über sechs Stunden waren die Kameraden der Feuerwehren Schönebeck und Bad Salzelmen am Sonntag im Einsatz. Zwei Kellerbrände in Wohnhäusern in der Straße der Jugend hielten die Einsatzkräfte auf Trab.

Gegen 16.45 Uhr schrillte der erste Alarm. 43 Kräfte der Feuerwehren Tischlerstraße, Bad Salzelmen sowie des Rettungsdienstes rückten zu dem Kellerbrand in der Straße der Jugend aus. Vor Ort begaben sich sofort Trupps mit Atemschutzgeräten in das sechsstöckige Wohngebäude mit der Hausnummer 94.

Evakuierung in Schönebeck

Während die Kameraden im Keller den Brand bekämpften, begaben sich weitere Einsatzkräfte auf den Weg nach oben, um die Wohnungen zu überprüfen und Eingeschlossene zu evakuieren. Zeitgleich fuhr der Rettungskorb der Drehleiter die Fenster ab. Mehrere Bewohner wurden von den Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht.

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Nachdem die Flammen gelöscht und Wohnungen und Treppenhaus wieder rauchfrei waren, konnten die Evakuierten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Brandursache bisher unbekannt

Wie es zu dem Brand kam, ist bislang noch unklar, sagt Polizeisprecher Marco Kopitz. „Zeugenaussagen zufolge hatte es vorher laut geknallt, was auf die Verwendung von Pyrotechnik hinweisen könnte“, so der Polizeisprecher. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen werden gebeten sich unter 03471/37 90 beim Polizeirevier Salzlandkreis zu melden.

Für die Kameraden der Feuerwehr sollte dies aber nicht der letzte Einsatz des Tages gewesen sein. Zurück im Gerätehaus und mitten in den nachbereitenden Arbeiten wurden sie gegen 19.40 Uhr, erneut alarmiert. Wieder ein Kellerbrand, wieder in der Straße der Jugend – diesmal jedoch im Gebäude mit der Hausnummer 102.

Zweiter Kellerbrand wenig später

Zuvor wurde die Feuerwehrtechnische Zentrale des Salzlandkreises in Staßfurt nachgefordert, die die Feuerwehren mit neuen Schläuchen und Atemschutzgeräten ausstattete. Die neuen Einsatzgeräte wurde sofort gebraucht. Insgesamt rückten zu diesem Einsatz rund 50 Kameraden der Wehren Schönebeck, Bad Salzelmen und Felgeleben aus. Darüber hinaus war der Betreuungszug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit vor Ort und die Ranieser Feuerwehr kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Wie im Einsatz zuvor rückten die Trupps unter Atemschutz vor. Der erste Trupp ging zur Brandbekämpfung in den Keller während weitere Einsatzkräfte mit der Evakuierung der Bewohner begannen. Bei 36 Wohnungen und drei Eingängen hatten die Kameraden viel zu tun. Die Evakuierten wurden in der Turnhalle der Maxim-Gorki Schule untergebracht, wo sich der Versorgungszug des DRK um sie kümmerte.

Bewohner dürfen zurück in Wohnungen

Laut Polizeisprecher Marco Kopitz wurden zwei Personen, mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert – unter anderem ein zwölfjähriges Kind.

Nachdem auch dieser Kellerbrand gelöscht war, wurden die Wohnungen mit Messgeräten untersucht, um sicherzustellen, dass sie wieder bewohnbar sind. Und tatsächlich: Am späten Abend durften die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Sicherlich mit einem mulmigen Gefühl.

Engagement der Feuerwehr gelobt

Die Stadt wäre aber auch auf die Variante vorbereitet gewesen, dass die Wohnungen nicht freigegeben werden, informiert Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). „Wir hätten notfalls genug Ersatz-Wohnungen stellen können, um alle Menschen unterzubringen“, sagte Knoblauch.

Auch in einer Schönebecker Facebookgruppe sorgte der Brand für Gesprächsstoff. Zahlreiche Nutzer zeigten Anteilnahme für die Betroffenen und lobten das Engagement der Feuerwehr.

Eine von der Feuerwehr evakuierte Bewohnerin bedankt sich bei den Einsatzkräften und schrieb auf Facebook: „Ich möchte mich recht herzlich bei der Freiwilligen Feuerwehr bedanken. Besonders den beiden Männern, die mich aus der verqualmten Wohnung geholt haben und mit beruhigenden Worten dafür sorgten, dass die Situation nicht mehr ganz so schlimm war. Ebenso ein Dank an die lieben Sanitäter, die mich vorsorglich untersuchten.“

Drei Brände in wenigen Wochen

Die Straße der Jugend war übrigens erst vor kurzem, Ende November, bereits ein Einsatzort für die Feuerwehr. Auch damals handelte es sich um einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus, bei dem die Einsatzkräfte mehrere Personen evakuierten.