Brumby l „Mit diesem Schritt haben uns die Stadtwerke für unserer Stadt die Tore in die Zukunft der E-Mobilität geöffnet“, erklärt Sven Wagner. Der Oberbürgermeister ist sehr stolz auf das Pilotprojekt des städtischen Energieversorgers, der den perfekten Standort für zwei neue E-Ladestationen ausgewählt habe: „Auf dem Rasthof Brumby kann mit dem Schnellrestaurant die Ladezeit sinnvoll überbrückt werden.“ Die Wirtschaftsförderung der Stadt und die Stadtwerke arbeiten seit längerem am Thema E-Mobilität in Staßfurt und wollen in Zukunft weitere Projekte präsentieren.

Die Stadtwerke Staßfurt haben im Dezember zwei E-Ladesäulen errichten lassen und seitdem getestet, wie sich das neue Geschäftsfeld in der Praxis verhält. „Weil es noch ein Versuch für uns ist, ist das Laden bisher kostenlos“, erklärt der Stadtwerke-Geschäftsführer Eugen Keller. „Später möchten wir ein Abrechnungssystem einführen, wir prüfen zur Zeit verschiedene Modelle.“

Essen und laden

Insgesamt haben beide Ladesäulen, die auf dem Parkplatz von McDonald‘s zu finden sind, „knapp unter 100.000 Euro“ gekostet, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Eugen Keller sagt. „Dies wäre ohne unsere Partner Volksbank Börde-Bernburg und Investitionsbank nicht möglich gewesen.“

Zu Beginn des Testbetriebs zählten die Stadtwerke Staßfurt noch 10 bis 15 Nutzer pro Monat. Mittlerweile sind es 2 bis 9 pro Woche.

Mit den sogenannten Schnellladesäulen dauert ein Ladevorgang etwa 30 Minuten - beziehungsweise eine 80-prozentige Ladung bei Gleichstrom wird in 20 Minuten erreicht, wie es in der Branche angegeben wird. Ein Nutzer der Säulen erklärte bei der Präsentation vor Ort, dass er mit seinem vollgeladenen Auto etwa 200 Kilometer weit komme.

Vorgang ist selbsterklärend

Das Menü der Säulen, das über einen Bildschirm bedient wird, ist selbsterklärend. Nach wenigen Befehlen beginnt der Ladevorgang.

An den zwei Säulen können je bis zu zwei Autos gleichzeitig geladen werden - vier Plätze also insgesamt. Jede Säule kann sowohl Gleichstrom (bis 50 kW) als auch Drehstrom (bis 43 kW) bereitstellen und hat drei verschiedene Anschlüsse, da es bei E-Autos verschiedene Ladetypen mit unterschiedlichen Steckersystemen gibt.

Das Projekt wird von Seiten des Landes Sachsen-Anhalt mit Applaus begrüßt. Die Landesenergieagentur, die Kommunen in Sachen E-Mobilität berät, lobt die Eigeninitiative aus Staßfurt, mit dem Thema offensiv in die Zukunft zu starten, sagt ihr Geschäftsführer Marko Mühlstein, „denn E-Ladesäulen gibt es in Sachsen-Anhalt noch viel zu wenige.“ Im ganzen Salzlandkreis gibt es nur 6 Stück, in Sachsen-Anhalt um die 100.

Land fördert Projekte

Elektromobilität wird durch das Land Sachsen-Anhalt jetzt auch gefördert. Das Verkehrsministerium hat ein Konzept für die Ladeinfrastruktur im Land vorgelegt. Der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt hat im Mai einen Förderaufruf gestartet, um den Neubau von E-Ladesäulen mit Fördermitteln anzukurbeln.