Calbe l Im Jahr 2019 gab es vor den Toren der Stadt Calbe den größten Flächenbrand im Landkreis. Das Feuer war so groß, dass die Kräfte der Feuerwehr in der Saalestadt nicht ausreichten, um die Flammen wirkungsvoll zu bekämpfen, erinnert sich Lars Roschkowski. In diesem Jahr sei das Einsatzgeschehen grundlegend anders, sagte der Ortswehrleiter auf Nachfrage der Volksstimme. „Wir haben sehr viele Türöffnungen“, erklärt er. Immer wenn Menschen den Rettungsdienst rufen, aber selbst nicht mehr die Tür öffnen können, um das medizinische Personal in die Wohnung zu lassen, kommt die Feuerwehr mit ins Spiel. Mit ihrer Ausrüstung öffnen die Kameraden dann die Türen, damit der Rettungsdienst zum Patienten kommen kann.

In einer Stadt, in der statistisch die Menschen immer älter werden, sei damit zu rechnen, dass die Zahl derartiger Einsätze ansteige, meint der Ortswehrleiter. Aktuell wurde die Feuerwehr in der Saalestadt zu mehr als 60 Einsätzen im laufenden Jahr alarmiert.

Storch verursacht Einsatz

Nicht immer handelt es sich dabei um Routineeinsätze, wie ein Blick auf die von der Feuerwehr veröffentlichten Einsätze zeigt. Auf Trab hielten die Kameraden Störche. Ein Adebar verirrte sich in einen alten Schornstein. In Wispitz mussten die Calbenser ebenso einem Storch aus der Patsche helfen. Das Tier hatte sich auf dem Dach eines Hauses mit den Füßen in einer Solaranlage eingeklemmt und saß fest. Dabei sind ausgewachsene Störche nicht ganz ungefährlich. Vor allem auf den großen Schnabel gilt es zu achten, wer dem Tier näher kommt.

Noch immer gilt allerdings auch für die Feuerwehr im Einsatz- und Ausbildungsdienst Abstand halten, soweit das möglich ist. Dennoch seien die Kameraden froh, dass es im Ausbildungsdienst wieder eine normale Routine gebe und sich die Kameraden wieder regelmäßig sehen. Zu Beginn der Corona-Pandemie war auch die Feuerwehr davon betroffen, den Dienstbetrieb einzustellen. Monatelang sahen sich die Feuerwehrleute nur bei den Einsätzen.

Regelmäßige Ausbildung

Viele der Kameraden hätten damals die regelmäßigen Dienste vermisst, weiß der Ortswehrleiter. Corona habe aktuell keinen großen Einfluss auf die Teilnahme der Kameraden an den Diensten und Einsätzen, sagte er weiter. Die Beteiligung liege wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Alle zwei Wochen treffen sich die Feuerwehrleute im Gerätehaus, um sich speziellen Themen zu befassen. Das Tätigkeitsfeld der Feuerwehren ist inzwischen so groß und umfangreich geworden, dass die Kameraden zu den einzelnen Themen immer wieder spezielle Unterweisungen oder Auffrischungen benötigen. Die gewachsene Aufgabenvielfalt macht sich auch bei der Technik bemerkbar. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Umfang der technischen Ausrüstung ebenso immer gewachsen. Das ist notwendig, um auf dem Stand der Technik zu bleiben. Das gilt vor allem in der technischen Hilfeleistung. Hier müssen die Feuerwehren sich permanent fortbilden, um die schnellen Entwicklungen im Fahrzeugbau nachvollziehen zu können.