Lödderitz l „Ich wünsche den Lödderitzern, dass auch in 25 Jahren noch Leben in dem Gebäude ist“, sagte Torsten Reinharz (parteilos) am Sonnabend. Damit spielte der Einheitsgemeinde-Bürgermeister auf die allgemein sinkenden Personalzahlen der freiwilligen Feuerwehren an. Lödderitz ist mit rund 200 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Einheitsgemeinde Barby und hat jetzt eines der modernsten Gerätehäuser. Es hat eine Innenfläche von 346 Quadratmetern, zwei Fahrzeugstellplätze, Sanitärräume für Frauen und Männer, sowie Umkleide- und Schulungsraum. Es ist mit dem alten Depot von 1957 nicht mehr vergleichbar und steht 75 Zentimeter höher.

Der neue Standort, neben der alten Schule, sowie der Hügel an Kuckucks ehemaliger Kneipe waren die einzigen beiden Orte, die beim Deichbruch im Juni 2013 trocken blieben. Was nicht zuletzt ausschlaggebend für die Standortwahl war.

Mindestanforderung nicht erfüllt

Weil das alte Depot die Mindestanforderungen heutiger Standards nicht mehr erfüllte, wurde schon Jahre vor der Flutkatastrophe ein Neubau ins Auge gefasst. Doch er wurde aus unterschiedlichen Gründen - vor allem aus finanziellen - nicht realisiert. Der Schicksals-Juni 2013 veränderte schlagartig diese Situation. Im Februar 2015 übergab Innenminister Holger Stahlknecht einen Fördermittelbescheid für den Ersatzbau.

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Wie Planer Ingolf Fietz sagte, sei es bis auf eine Ausnahme ein unproblematischer Bauablauf gewesen. Allerdings hätten die Ausbaugewerke nicht gerade Schlange gestanden. So gab in drei Fällen je nur eine Firma ihr Angebot bei der Ausschreibung ab.

Landrat Markus Bauer (SPD) gestand, dass es „hinter den Kulissen“ auch Stimmen gab, die den Durchhaltewillen der kleinen Ortsfeuerwehr Lödderitz und damit die Rechtfertigung eines Neubaus anzweifelten. Doch es sei glücklicherweise anders gekommen. Ortsbürgermeister Michael Kromer sprach von der Erfüllung „eines großen Traums“. Traurig sei er allerdings, dass noch einige Spinde im Umkleideraum leer seien.

Einen sehr schönen und symbolträchtigen Beitrag zur Depot-Einweihung leisteten die Kinderfeuerwehren aus Breitenhagen und Lödderitz, die in kindgerechter Form einen Löscheinsatz nachspielten, um einen Teddy zu retten.