Calbe l In der letzten Septemberwoche 2020 blieben die Badegäste dann doch aus. Obwohl es tagsüber noch ordentlich warm wurde, sanken die Temperaturen nachts stark ab. Das führte dazu, dass sich die Wassertemperatur von Tag zu Tag verringerte, sagt Mario Wagus. Der Schwimmmeistergehilfe und Techniker des Freibades maß am Mittwoch nur noch 16 Grad Celsius im Wasser.

Im zweiten Jahr und mit der Corona-Pandemie in Begleitung habe das Bad aber eine gute Saison absolviert, schätzt er ein. Mehr als 10.000 Menschen besuchten die Freizeiteinrichtung. Vor allem Familien mit kleineren Kindern schätzten das Planschbecken sehr. Nicht nur Einwohner aus der Saalestadt seien regelmäßig zu Gast gewesen, sondern auch viele Badegäste aus den umliegenden Kommunen, freut er sich.

Höchstzahl der Gäste

Wegen der Corona-Pandemie und dem damit notwendigen Hygienekonzept durfte nur eine bestimmte Höchstzahl von Besuchern das Freibad nutzen. Selbst an den sehr heißen Tagen blieb aber immer noch ausreichend Platz und Kapazität, um alle Bürger,die nach Abkühlung suchten, einzulassen. In dem Bad selbst hätten sich die Badegäste vorbildlich an die Regelungen gehalten, erinnert sich Mario Wagus.

Im Oktober werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Freibadsaison auswerten. Besonders interessiert dabei den Stadtrat, wie hoch der Zuschussbedarf sein wird. Dass sich der Freibadbetrieb nicht kostendeckend betreiben lassen werde, hatte Bürgermeister Sven Hause bereits vor der Eröffnung im vergangenen Jahr angekündigt.

Viele Unsicherheitsfaktoren gebe es dabei für die Kommune. Der größte Unsicherheitsfaktor ist dabei das Wetter. Nach zwei heißen Sommern hat auch 2020 nicht enttäuscht. Zwar gab es zwischendurch auch mal kühlere Tage, an denen das Freibad dann wieder seine Tore schloss, weil niemand kam. Dennoch war es zum Ende der Badesaison sehr warm, was die Kommune veranlasste die Öffnung des Freibades um zwei Wochen zu verlängern.

Jahreskarten verkauft

Das kam bei der Bevölkerung gut an. Eine ganze Reihe von Bürgern haben sich Jahreskarten für das Bad gekauft und genießen die Möglichkeit, morgens eine Runde im Wasser zu schwimmen. Doch das Freibad hat auch eine soziale Funktion in der Stadt. Es ist ein Freizeitbereich, der auch ein Treffpunkt für die Bürger ist.

Dennoch muss sich die Kommune den Badbetrieb auch leisten können. Rund 30.000 Euro Einnahmen hat die Stadt in dieser Saison erzielt. Nun muss die Gegenseite mit den Ausgaben zeigen, wie viel die Besucher zur Kostendeckung beigetragen haben.

Keine ganze Badesaison

Dabei erlebte das Bad auch im zweiten Jahr keine volle Badesaison. Nachdem es 2019 wegen der noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten zu einer späteren Eröffnung kam, sollte das Hegerbad diesmal eine volle Saison durchlaufen. Die Corona-Pandemie machte der Kommune hier einen Strich durch die Rechnung.

Zum traditionellen Start der Freibadsaison befand sich das Land in einer bislang unbekannten Lage. Die Freizeiteinrichtungen waren geschlossen. Die Freibadbetreiber mussten erst ein sogenanntes Hygienekonzept schreiben und genehmigen lassen, um den Betrieb starten zu können. Erst Anfang Juni konnte die Einrichtung von den Bürgern genutzt werden.

14 Feuerwehrleute kostenfrei im Bad

Allerdings war das Wetter ab Mitte Mai sehr kühl. Auf die Zahl der Besucher hätte das Wetter deshalb vermutlich wenig Einfluss gehabt. Neu war in diesem Jahr, dass die Angehörigen der Feuerwehr das Freibad kostenlos nutzen dürfen. Das hatten sich die Kameraden schon im Frühjahr bei der Jahrershauptversammlung gewünscht. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag und nahm eine entsprechende Regelung in die Regelungen zum Eintritt auf. Die Nutzung der Möglichkeit, kostenlos das Bad besuchen zu können, nahmen die Kameraden bis Mitte September aber lediglich 14 Mal in Anspruch.

Eine große Nachfrage gab es dagegen nach den Schwimmkursen für Kinder. Drei Schwimmkurse wurden in der Einrichtung organisiert. 26 Kinder nahmen daran teil und lernten so das Schwimmen.

Auch die Stadträte des Sozialausschusses waren in der Einrichtung zu Gast und schauten sich am Rande der Sitzung des Freibad genau an. Außerdem wurde die Einrichtung auch im Stadtrat öfter angesprochen. Unter anderem auch, weil die Einrichtung an manchen Tagen nicht verfügbar war.

Wenn die Temperatur sehr niedrig blieb, hatte die Stadtverwaltung die Mitarbeiter angewiesen, das Bad für den restlichen Tag zu schließen. Auf die Nachfrage hin nahm die Verwaltung den Hinweis zur Schließung des Freibades auf und markierte eine Schließung auf der Internetseite. Hier konnten die Bürger dann schnell sehen, ob das Bad geöffnet ist.

In den kommenden Tagen werden die Mitarbeiter der Freizeiteinrichtung nun das Bad für den Winter vorbereiten. Erst im kommenden Mai wird das Freibad wieder für die Bürger öffnen, wenn diesmal nicht wieder etwas dazwischenkommt.