Schönebeck l Was lange währt, wird endlich gut. Am Mittwoch wurde der neue Kunst-rasenplatz von Union Schönebeck am Vereinsgelände an der Barbarastraße eingeweiht. „Ich habe so lange für den Platz gekämpft. Ich bin wirklich der glücklichste Mensch auf der Welt, weil es endlich geklappt hat“, sagte Unions Präsident Wolfgang Rüchardt bei der Veranstaltung. „Alle haben mich ausgelacht, weil ich an dem Einweihungstermin festgehalten habe. Aber es hat geklappt.“

Am Ende hat es keine drei Monate gedauert, bis der neue Kunstrasenplatz fertig errichtet war. Das größte Problem war mal wieder das liebe Geld. „Es hat lange gedauert, bis die Finanzierung stand“, sagte Frank Rüchardt. Rund 850.000 Euro hat der neue Platz gekostet. 450.000 Euro hat das Land übernommen, 50.000 Euro kommen von Lotto-Totto und 12.000 Euro musste der Verein selbst stemmen. Bleiben immer noch knapp 340.000 Euro, die die Stadt Schönebeck übernommen hat. „Mit dem Kunst-rasenplatz und der Fusion hat Union Schönebeck zwei große Aufgaben erledigt“, sagte Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU).

Traditionsmannschaft gegen Wirtchaft und Poli

Der größte Batzen kam allerdings vom Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt. „Das Geld ist gut angelegt. Ein Sportplatz, an dem Freunde zusammenkommen, ist schließlich auch ein Stück Heimat“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU).

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Der Bau des Platzes war nach Angaben von Unions Präsident Frank Rüchardt dringend notwendig. „Auf dem alten Schotterplatz konnte man im Herbst und Winter kaum noch trainieren“, sagte er. Nach Regen oder Schnee war auf dem alten Platz kein Durchkommen mehr. Und ein weiterer Rasenplatz wie im Stadion nebenan, auf dem die Punktspiele ausgetragen werden, wäre zu aufwendig in der Pflege. Der neue Kunstrasenplatz wird daher vor allem zwischen Oktober und März zum Training genutzt. Im Sommer wird auf Rasenplätzen gespielt. Und wenn der Rasenplatz im Stadion in der kalten Jahreszeit unbespielbar ist, können die Punktspiele auf den Kunstrasenplatz verlegt werden.

Bei Union Schönebeck spielen rund 450 Mitglieder in 16 Mannschaften Fußball, wie Vereinspräsident Rüchardt mitteilte. Insgesamt ist Union Schönebeck nach der Fusion des SSV und des SC mit 2000 Mitgliedern der größte Sportverein im Salzlandkreis.

DDR-Legenden bei Einweihung

Zur Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes traten am Mittwoch auch gleich zwei besondere Mannschaften gegeneinander an: Eine Traditionsmannschaft aus ehemaligen Fußballspielern und einer Elf, die aus Vertretern aus Politik und Wirtschaft bestand. Auch Schönebecks Oberbürgermeister Knoblauch und Innenminister Stahlknecht standen dabei auf dem Platz.

Und kann Union mit den neuen Trainingsbedingungen jetzt in der Landesliga Nord richtig durchstarten? „Naja, das müssen wir abwarten“, sagte Präsident Frank Rüchardt. Immerhin läuft der Ball auf einem Kunstrasenplatz schneller, gerade und richtig rund. Derzeit befindet sich die erste Mannschaft auf dem fünften Platz der Landesliga.

Ein bisschen mehr Ehrgeiz würde sich der ehemalige Schönebecker und DDR-Fußballlegende Wolfgang Steinbach wünschen, der bei der Einweihung dabei war. „So ein toller Verein wie Union sollte eigentlich in der Oberliga oder Regionalliga spielen“, sagte der 65-Jährige, der in den 1960er Jahren bei Chemie Schönebeck gespielt hatte und dann zum 1. FC Magdeburg gewechselt war. Und bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau hatte er mit dem DDR-Team die Goldmedaille gewonnen. Mittlerweile lebt er in Niedersachsen und trainiert den BV Cloppenburg in der Landesliga. In Schönebeck war Steinbach allerdings schon eine Weile nicht mehr. „Ich habe erst heute von der Fusion erfahren“, räumte er ein. Sein Traum: „Union sollte eine Kooperation mit dem 1. FC Magdeburg eingehen.“

Weiterer Stargast bei der Eröffnungsfeier war der DDR-Fußballer Peter Ducke, der in den 1950er Jahren bei Motor Schönebeck gespielt hatte. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München holte er mit der DDR-Mannschaft Bronze. „Ich habe in Schönebeck lesen, schreiben und Fußball spielen gelernt. Ich war dabei zwar nicht immer der Beste, aber ich habe hart gearbeitet und mich durchgebissen“, erzählte der 78-Jährige, der schließlich zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt war. Von einem neuen Kunstrasenplatz, wie ihn Union nun bekommen hat, konnten die beiden DDR-Fußballer damals allerdings nicht mal träumen.

Das nächst Heimspiel der ersten Mannschaft findet am Sonnabend um 14 Uhr gegen Ilsenburg im Stadion statt.