Barby/Calbe l Man kann über den Zeitgeist und die Zustände klagen und ohne Ende lamentieren. Dass die Jugend nicht mehr raus geht, keinen Vogel weiter wie das Schwein kennt und ständig mit den Daumen auf der Tastatur des Smartphones „daddelt“. Kann man machen. Muss man aber nicht!

So sieht es auch der Wahl-Barbyer Steven Höhne, der in der Stadtmitte ein gut frequentiertes Fotostudio betreibt. Er ist Übungsleiter in der Abteilung Fußball der TSG Calbe, wo auch sein siebenjähriger Sohn Mats kickt. Steven folgt damit seiner eigenen Fußballleidenschaft, die er früher beim Rot-Weiß-Rosenburg und in einem Hannoveraner Verein auslebte.

Seine „Schutzbefohlenen“ sind zwischen vier und sechs Jahre alt. Damit gehören die Minikicker zur G-Jugend, in der man nicht älter als sechs Jahre ist.

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Begeisterung fürs Ehrenamt

„Das macht unheimlich viel Spaß. Die Kinder lassen sich sehr schön motivieren“, strahlt Steven Höhne. Wenn er vom Ehrenamt erzählt, bemerkt man seine eigene Begeisterung. Damit das so bleibt, muss er als Trainer - er ist derzeit auf dem Weg zur C-Lizenz - seine Minis nicht nur in Schwung bringen, sondern auch immer wieder begeistern. Was in dem Alter noch relativ leicht ist, sich aber verliert, wenn man nicht konsequent dran bleibt. Das gilt nicht nur für jene, die sich aktuell auf dem grünen Rasen des Heger-Stadions tummeln.

Um die anderen hinter dem Ofen vor - oder besser gesagt, vom Smartphone weg zu locken, hat der gelernte Drucker ein Foto gemacht, das acht Fußball-Kinder auf dem Heger zeigt. Die Überschrift lautet „Lieber mit Freunden vorm Fußballtor ... als Zuhause am Monitor“. Die Botschaft ist klar. „Wir wollen das Plakat in den Kitas aufhängen, auf der Homepage der TSG Calbe und auf deren Facebookseite veröffentlichen“, erklärt der 37-Jährige. Vielleicht gelingt es ihm und seinen Mitstreitern ja doch, dass einige Eltern ihre Sprösslinge in Richtung Sport anschubsen.

Denn Bewegung trägt erheblich zu einer gesunden körperlichen, geistigen und psychosozialen Entwicklung der Kinder bei. Leider werden in der modernen Gesellschaft die Bewegungsräume der Kinder zunehmend eingeschränkt. Fernsehen, Online-Spiele oder Spielekonsolen sowie Computer bestimmen vielfach den Alltag; die Zeit, die sie so verbringen, geht damit als Bewegungszeit verloren. Und die Adipositas droht.

Steven Höhne nutzt dafür sein fotografisches und kommunikatives Talent. So hat er für die aktuelle Mini-Mannschaft (auch ein paar Mädchen kicken darin) ein Foto gemacht, das die Zier eines jeden Kinderzimmers sein kann. Die Knirpse stehen obercool auf dem Rasen. Die Körperposen sind denen von Bundesligaprofis nachvollzogen: Arme in die Hüfte oder verschränkt. (Nur gucken seine Kinder freundlicher als Fußball-Millionäre.) Höhne hat das Calbe-Foto mit dem Bild eines großen Bundesliga-Stadions kombiniert, sodass es weltmeisterlich wirkt. Wer hier posiert ist ein Held. Wenn auch ein kleiner. Das macht stolz und stärkt das Selbstbewusstsein.

Warum sich Steven Höhne, der auch leidenschaftlicher Angler ist, auf dem Heger-Rasen derart für die Nachwuchsarbeit einsetzt? „Ich möchte, dass die Kinder besser werden. Das Zeug dazu haben sie.“