Breitenhagen l „Vor Fertigstellung des Feuewehrgerätehauses war das Grüne Gewölbe sozusagen unser Mehrzweckgebäude“, sagt Ortsbürgermeister Hans-Georg Buszkowiak (parteilos). Damit meint er mehrere grüne Bau-Container, die zu einem Aufenthaltskomplex zusammen gestellt wurden. Hier fanden nach der Flut 2013 allerlei Zusammenkünfte statt, weil Breitenhagen kein geeignetes Kommunalobjekt mehr zur Verfügung hatte. Die jüngste Ortschaftsratssitzung fand im neuen Feuerwehrhaus statt, dessen Vorgängerbau – wie auch das Mehrzweckgebäude am Sportplatz – einen Hochwassertotalschaden hatte und abgerissen wurde.

Nun freuen sich die Breitenhagener auf die Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses. Es erhebt sich genau dort, wo zuvor die „Technikhalle“ stand. Dieses ehemalige LPG-Haus war in den 1990er Jahren zum Mehrzweckgebäude umgebaut worden. Sogar eine öffentliche Gaststätte gab es, Familienfeiern und Jugendweiheveranstaltungen fanden dort statt.

Vielen Breitenhagenern ging der Aufbau im Ort oft zu schleppend. Darüber wurde schon unendlich viel diskutiert. Aber alles ist relativ: Spricht man Verantwortliche im Barbyer Rathaus darauf an, machen sie deutlich: Breitenhagen ist jener Ort im Schadensgebiet, wo zuerst das meiste gemacht wurde und noch wird. Bauamtsleiter Holger Goldschmidt spricht von der „Masse der Einzelmaßnahmen“.

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Startschuss im Mai 2017

Nachdem Sportplatz, Feuerwehrgerätehaus, Spielplatz und Friedhofskapelle saniert beziehungsweise neu aufgebaut wurden, war der symbolische Startschuss im Mai 2017 für das neue Dorfgemeinschaftshaus überfällig. Vor drei Jahren nannte Einheitsgemeindebürgermeister Jens Strube noch 2016 als Fertigstellungstermin.

Ohne sich genau festlegen zu wollen, beschreibt Holger Goldschmidt den Fertigstellungstermin mit „Frühjahr“. Aus drei von der Flut zerstörten Objekten – der alten „Technikhalle“, dem Gemeindebüro samt Saal und dem Bürgermeisterbüro – soll dann das moderne Multifunktionsgebäude fertig sein. Wie die Bautafel verrät, stehen für den Ersatzneubau am Ortseingang rund 1,6 Millionen Euro aus dem Hochwasserfonds zur Verfügung. Für das Inventar sind es ebenfalls rund 30.000 Euro. Hinzu kommt der „Landschaftsbau“, wie der Amtsleiter sagt, mit 220.000 Euro. Die Vergabe sei erfolgt, es könne los gehen.

Gemeint damit ist das Umfeld des 685 Quadratmeter großen Dorfgemeinschaftshauses. Hier werden Grünflächen angelegt, Parkplätze und Gehwege gepflastert. Ortsbürgermeister Hans-Georg Buszkowiak regte an, dass statt der üblichen Laubbäume ein paar hochstämmige Apfelbäume auf der 5.700 Quadratmeter großen Grundstücksfläche gepflanzt werden. „Obstbäume haben unsere Kulturlandschaft geprägt und werden immer weniger“, weiß Buszkowiak. Deshalb sei es an der Zeit, dass wieder verstärkt Apfelbäume in den Boden kommen. Doch sein Vorschlag sei von der Stadt abgelehnt worden. Als Grund wurde der „Pflegebedarf“ angegeben. „Das würde ich die ersten Jahre selber machen“, winkt der Ortschef ab. Laut Verwaltung stehe der Bepflanzungsplan fest, an dem nicht gerüttelt werden könne. „Wenn die Breitenhagener Obstbäume wünschen, können sie diese ja selbst nachpflanzen“, so Goldschmidt.

Räume für Wasserwehr?

Der Neubau verfügt über einen 168 Quadratmeter großen Innensaal, einen kleineren Saal jeweils mit großen Fenstern zum Sportplatz, Sanitär- und Umkleide- sowie Lagerräume. Auch die Heimatstube, die früher im Museumsschiff „Marie Gerda“ war, soll hier ihre neue Heimstatt finden.

Die tragenden Wände wurden aus Beton gegossen, gedämmt und mit einer widerstandsfähigen Lärchenholzhaut verkleidet. Davor soll mit Blick auf den Sportplatz eine große Terrasse mit Pergola zum Verweilen einladen. Gleich nebenan wird eine Außenstelle des städtischen Bauhofs ebenfalls neu errichtet.

Doch wegen dieses Nebengebäudes hat der Ortsbürgermeister Bauchschmerzen, weil auch die Wasserwehr Räume bekommen sollte. „Die wurden gestrichen“, grollt Hans-Georg Buszkowiak. „Wo sollen unsere Leute denn jetzt hin?“ Laut Holger Goldschmidt sei das noch gar nicht entschieden.

Er verweist auf die beiden zentralen Stützpunkte der Wasserwehr in Werkleitz (nördlich der Saale) und Klein Rosenburg (südlich). Dort sei auch deren Equipment untergebracht. Generell wirbt er für das enge Zusammengehen mit der Feuerwehr: „Feuer- und Wasserwehr dürfen sich nicht auseinander dividieren.“ Und: Die Wasserwehr würde in erster Linie Hilfsdienste anleiten und damit weniger Ausrüstung vorhalten müssen.