Calbe l „Wir wollten nicht bis zum 40-jährigen Jubiläum warten“, sagte Uwe Klamm in dieser Woche. Der Heimatvereinsvorsitzende ergänzte: „Der Grund dafür ist biologischer Natur.“ Anders ausgedrückt: Viele Erbauer von damals haben schon jetzt ein stolzes Alter erreicht, und es ist ungewiss, ob sie beim 40. Jahrestag noch an einer liebevoll gedeckten Kaffeetafel Platz nehmen werden. Der Heimatverein hatte viele Mitstreiter der ersten Stunde eingeladen und viele kamen. An der Kaffeetafel nahm neben Anneliese Feustel, Eva und Waldemar Deus, Hannelore und Peter Dahlke, Karola und Joachim Lorenz, Renate und Peter Maier, Ursula Wendt, unter anderem auch Hanns Schwachenwalde (90) Platz, der am 1. Oktober 1972 die Arbeitsgemeinschaft „Heimatgeschichte“ aus der Taufe hob. Daraus rekrutierten sich schließlich 24 Mitglieder, die ab Dezember 1980 als „Bauleitung“ am Aufbau der Heimatstube teilnahmen.

Uwe Klamm erinnerte: „Die Wohnungen über der Gaststätte befanden sich in einem erbärmlichen Zustand. Türen und Fenster waren kaputt, von den Wänden fiel teilweise der Putz.“ Aus stinkenden Räumen musste viel Dreck weggeschafft werden, allein 40 Säcke Tauben-dreck. In der ersten Ausbaustufe wurden eine Küche, ein Ausstellungsraum, ein Gästeraum und ein Büro errichtet. Am 10. April 1981 durchschnitt Bürgermeister Hans-Peter Zunder feierlich ein Band zur offiziellen Einweihung der „Urheimatstube“. Bis Juni 1982 wurden die Ausstellungsräume Landwirtschaft, Handwerk und die Kleine Galerie fertiggestellt, in insgesamt 5000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Von Mai 1985 bis Dezember 1997 übernahm die Interessengemeinschaft Heimatstube Calbe e.V. die Geschicke des Hauses. Ab 1998 übernahm der Heimatverein die Nutzung der Heimatstube. In den Jahren 2002/2003 wurde die Ausstellungsfläche auf 200 Quadratmeter erweitert. Bislang heute haben mehr als 68 000 Gäste die Heimatstube besucht.