Barby l Lisa Telker hat ein großes Herz für allerlei hilfsbedürftige Geschöpfe. Im Haus leben Hund, Katze, diverse Vögel und dutzende Zierfische im Aquarium … „Und Mäuse, aber um die kümmert sich Purzel“, lächelt die 78-Jährige. Purzel ist die schwarze Katze ... Doch soll es in diesem Beitrag nicht über die Dezimierung von Nagern gehen, sondern um die Rettung von Igeln.

„Es ist nun fast 20 Jahre her, als ich einen Igel gefunden habe und ihn nach Schönebeck zu einer Igelschützerin brachte. Die hat mich gefragt, ob ich dass in Barby nicht auch machen möchte“, beschreibt Lisa Telker den Beginn ihres Engagements. Sie bewahrte bis heute hunderte Stacheltiere (wie viele es genau sind, weiß sie nicht mehr) vor dem sicheren Tod.

Kranke und schwache Tiere

Seitdem hat sich Existenz der „Igelstation“ herumgesprochen. Besonders im Spätherbst und im Winter werden seit 1999 die Pflegefälle gebracht. Dazu gehören Igel, die nach Wintereinbruch, bei Dauerfrost oder Schnee herumlaufen. Man findet sie hauptsächlich bei Tag. Es kann sich um kranke oder schwache Alttiere handeln; oft sind es auch Jungtiere, die spät geboren, eventuell auch krank sind oder sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Spätherbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.

Lisa Telker unterzieht sie nach Begutachtung einer obligatorischen Prozedur: Sie werden entwurmt und von den Flöhen und Zecken befreit. Wenn es erforderlich ist, muss der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Das ist Dr. Michael Zibolka aus Barby, der die stachligen Geschöpfe ebenfalls seit fast zwei Jahrzehnten kostenlos behandelt.

70 Gramm schwer

Aktuell kümmert sich die 78-Jährige um ein Dutzend kleiner Borstel. Das jüngste Findelkind ist gerade mal 70 Gramm schwer. „Der hatte soviel Zecken, dass er vollkommen entkräftet war“, zieht sie mitleidsvoll die Augenbrauen zusammen. „Wenn sie über 500 Gramm wiegen, schaffen sie es in der Regel – leichtere kaum“, sagt die Barbyerin. Ihre Wintergäste werden dreimal täglich gefüttert. Erst im Frühjahr entlässt sie die nützlichen Tiere in die Freiheit. Auf dem Speiseplan stehen dann Käfer, Regenwürmer, Tausendfüßer, Insektenlarven, Spinnen, Schnecken, Wespen oder Mücken.