Gottesgnaden l Die Hochwasserschutzmaßnahme bei Gottesgnaden – in Form einer Hochwasserschutzwand in Stahlbetonweise mit mobilen Elementen – soll im Herbst abgeschlossen werden, wie Ronald Günther, Flussbereichsleiter Schönebeck des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), mitteilt. „Momentan werden die erforderlichen Spundwände gepresst und die Stahlbetonarbeiten vorbereitet“, sagt Günther zum Stand des zweiten Bauabschnitts der Hochwasserschutzmaßnahme.

Im ersten Bauabschnitt wurden ein Deich und das dazugehörige Schöpfwerk saniert. Ein dritter Bauabschnitt schließt sich an. Dabei soll ein Deich in Regelbauweise bis zum Schleusendeich errichtet werden. Dieser Abschnitt ist jedoch noch in der Planungsphase. Der Baubeginn ist für 2020 vorgesehen. Insgesamt belaufen sich die Baukosten aller drei Abschnitte auf etwa sechs Millionen Euro.

Hindernisse im Untergrund

Allerdings kommt es besonders beim zweiten Bauabschnitt auch zu Herausforderungen. Der Flussbereichsleiter erklärt: „Es gibt großflächig aufgeschüttete Bereiche, die die Arbeiten erschweren. Selbst für die Kampfmitteluntersuchungen mussten aufwändige Sondierungsverfahren durchgeführt werden, um sicher zu stellen, dass keine Gefahr durch Kampfmittel bei den Spundwandarbeiten besteht.“

Das Problem an den aufgeschütteten Bereichen ist nämlich, dass es sich dabei um Bauschutt im Untergrund handelt – also Steine und Geröll, wie Projektleiter Alexander Sondej erklärt. „Diese müssen wir zum Teil beseitigen und anschließend entsorgen. Das ist schon mit einem Mehraufwand verbunden“, sagt Sondej. Die Aufschüttungen stammen übrigens zum Großteil aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, denn Gottesgnaden war ein stark umkämpftes Gebiet.

Doch die Mitarbeiter des LHW haben noch weitere Herausforderungen zu meistern.

Medienleitungen auf engsten Raum

Unter anderem ist die Koordinierung der verschiedenen wichtigen Medienleitungen auf engstem Raum eine Besonderheit, so Günther. Dazu zählen Starkstromleitungen, Abwasserdruckleitungen, Regenwasserleitungen, Hauptwasserleitungen und Telekommunikations-Kabel. „Teilweise mussten als Vorbereitung der Spundwandarbeiten im Vorfeld Leitungen aufwändig umverlegt werden“, sagt Ronald Günther.

Wenn dann der aktuelle Bauabschnitt fertiggestellt ist, wird auch die Stadt Calbe aktiv. So soll nämlich die hinter der Hochwasserschutzwand liegende Straße saniert werden, wie Bürgermeister Sven Hause (parteilos) mitteilt.