Calbe l In diesem Jahr soll der Mühlgraben saniert werden. Das wohl im 16. Jahrhundert künstlich angelegte Gewässer wurde angelegt, um die Kraft des Wassers zu nutzen. Auch in Zeiten, in denen die Saale sehr wenig Wasser führt, kann das strömende Wasser im Mühlgraben noch genutzt werden. Früher wurden mit der Wasserkraft Maschinen angetrieben. Heute wird mit Wasserkraft Strom erzeugt.

Doch der Mühlgraben nahm auch Schaden bei dem Jahrhunderthochwasser der Saale im Jahr 2013. Vor allem die Uferbefestigungen sind betroffen. Sie sollen erneuert werden. In einem millionenteuren Projekt will die Stadt die Schäden in diesem Jahr beseitigen.

Zufahrt muss gesichert sein

Teuer ist das Bauvorhaben vor allem, weil es um Wasserbau geht. Wichtig ist für die Durchführung des Vorhabens die Zufahrt zum Mühlgraben. Die Stadt drängte deshalb bereits vor Monaten auf die freie Zufahrt über die Große Angergasse. Sie war im vergangenen Jahr zunächst für den Verkehr gesperrt worden, weil die an der Ecke stehende ehemalige Schule im Dachgeschoss ausgebrannt war. Erst vor einigen Wochen hatte die Stadt die Große Angergasse in eine Richtung wieder für den Verkehr freigegeben. Dennoch lässt der vom Landkreis teilweise geplante Abriss des ausgebrannten Schulgebäudes weiter auf sich warten. In den Sommerferien, so die Ankündigung vor Monaten, sollten die Arbeiten endlich abgeschlossen sein.

Für die zu erwartenden Baufahrzeuge des Bauprojektes Mühlgraben ist die Zufahrt wichtig, um die Maschinen und Materialien zur Baustelle zu bekommen. Allerdings haben sich vor den Ferien weitere Probleme eröffnet, welche die Umsetzung des Bauvorhabens stören könnte. Fachleute der Kreisverwaltung entdeckten Probleme bei der Standsicherheit der ehemaligen Papiermühle und ordneten die Sperrung des Weges vor dem alten Industriegebäude an. Ob unter diesen Voraussetzungen mit den Arbeiten begonnen werden kann, bleibt fraglich. Die von den Fachleuten entdeckten Probleme könnten den Baustart verzögern. Bereits jetzt sind viele Vorhaben im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung in den Gemeinden im Verzug. Die Ursachen sind vielfältig. Zum Teil dauerte es bei einigen Projekten deutlich länger, die entsprechenden Genehmigungen zu erhalten. Davon kann auch die Stadt Calbe ein Lied singen. Die Kommune plant seit Jahren die Entschlammung der Teiche in der Grünen Lunge. Zahlreiche Gutachten wurden dabei immer wieder von der Kommune angefordert, hatte der Bürgermeister schon mal im Stadtrat erklärt. Umgesetzt werden kann das Projekt nur zu bestimmten Zeiten im Jahr.