Schönebeck l Es ist ein schwerer Schlag für das Schönebecker Industriemuseum. Am vergangenen Wochenende sollte nicht nur der Saisonauftakt zum Tag der Industriekultur begangen werden, sondern auch die Feier zum 10-jährigen Bestehen der Einrichtung mit einer gemeinsamen Fachtagung mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt. „Wir hatten uns schon frühzeitig für eine Absage entschieden, aber es ist trotzdem sehr bedauerlich“, sagte Georg Plenikowski, Vorsitzender des Industrie- und Kunstmuseums Schönebeck (Imuset).

Sämtliche Veranstaltungen im Industriemuseum für den April und Mai wurden bereits gestrichen – darunter die Fotoausstellung Mini und Maxi sowie der Internationale Museumstag am 17. Mai. Für das Museum fallen damit auch sämtliche Einnahmen aus Eintrittsgeldern weg. „Das trifft uns schwer, weil die Nebenkosten für das Museum ja weiter laufen“, sagte Georg Plenikowski. Man werde nun auch Fördergelder beantragen. Das Problem: Derzeit stehen sämtliche Museen vor dem selben Problem. Das Industriemuseum werde daher auch auf Hilfe von Unterstützern und Förderern angewiesen sein.

Viele Veranstaltungen auf der Kippe

Und auch für den Rest des Jahres ist es nun völlig unklar, wie es im Industriemuseum weitergehen soll. „Das für Juni geplante Traktorentreffen und die Bormann-Event-Modenschau stehen mit sehr großen Fragezeichen im Entscheidungsraum,“ sagte der Imuset-Vorsitzende. Derzeit sei kaum vorstellbar, dass sich Hunderte von Traktoren-Fans und Modebegeisterte auf dem Gelände des Museums tummeln können. „Das 2019 erfolgreich gestartete Jugendprojekt Museum macht stark wurde für 2020 in die Warteschleife gestellt, Tendenz Abbruch“, so Georg Plenikowski.

Des weiteren waren für dieses Jahr eigentlich geplant: zwei Tübke-Ausstellungen im Juli und September, ein Gespräch mit Rudolf Pötzsch im August, der Tag des offenen Ateliers im September und ein Nachmittag mit Experimenten im Oktober. Ob davon überhaupt noch etwas stattfinden kann, ist völlig unklar.

Besonders gefreut hatte sich der Imuset-Vorsitzende auf einen Vortrag seines Sohnes, Ingo Plenikowski, der für den Tag der Industriekultur geplant war. Darin sollte es um das Kulturfestival Burning-Man im US-Bundesstaat Nevada gehen, das der Sohn regelmäßig besucht. Besonders angetan hatte es Georg Plenikowski das Foto einer Lichtinstallation eines Virus. Nun sorgt ausgerechnet ein Virus für die Absage des Vortrages. Auch das Burning-Man-Festival, das für August geplant war, wurde bereits abgesagt. Es soll in diesem Jahr im Internet stattfinden.