Groß Rosenburg l Die Bemühungen einiger Rosenburger Bürger unter anderem von Pfarrer Ulf Rödiger und der Rockgruppe Majoran aus Rosenburg zum Erhalt und zur Öffnung des Rosenburger Deichwachhäuschens zeigen erste Erfolge. Inzwischen gibt es von Seiten der Denkmalpflege die Information, dass das Deichhäuschen in die Denkmalliste des Landes aufgenommen wurde und somit ein Abriss nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Mit großer Freude konnte Pfarrer Rödiger am 23. Mai die Unterschriften von 322 Bürgern, hauptsächlich aus Rosenburg, dem zuständigen Flussbereichsleiter Ronald Günther überreichen. In der Unterschriftensammlung, die durch ein Benefizkonzert der Gruppe Majoran zu Gunsten des Deichhauses sehr wirksam unterstützt wurde, fordern somit rund 21 Prozent der Einwohnerschaft Rosenburgs, nicht nur den Erhalt des Deichhäuschens, sondern zugleich, dieses für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Darum hat die Stadt Barby Kopien der Unterschriften erhalten, um mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) nach solchen Möglichkeiten der Nutzbarmachung zu suchen.

Unterschriften sind nicht alles

„So positiv der Weg zur Rettung des Deichhäuschens bisher auch verlaufen ist, es ist nur der halbe Weg“, sagt Pfarrer Ulf Rödiger. Denn noch stehe das Argument im Raum, ein geöffnetes Deichhäuschen würde schnell dem Vandalismuns zum Opfer fallen. Dem lasse sich nur begegnen, wenn es Bürger gibt, die Auge, Herz und Hand für das Deichhaus haben, schätzt er ein. Denn ohne bürgerschaftliches Engagement ist eine Öffnung des Hauses tatsächlich schwer zu bewerkstelligen. So braucht es nun Menschen die nicht nur bereit waren, für den Erhalt zu unterschreiben, sondern sich selbst in die Bewahrung und Öffnung dieses Denkmales einbringen. Wer sich vorstellen kann, daran mitzuwirken, ist am Donnerstag, dem 21. Juni, um 19 Uhr zum Treffen am Deichhäuschen eingeladen. Bei Regen findet das Treffen im Gemeindehaus Kirchschule, Hauptstraße 61, statt, teilte der emsige Pfarrer jetzt mit.

Für viele Rosenburger ist das Deichhaus auch mit eigenen Erinnerungen verbunden. Als Knutschhaus wird es ebenso bezeichnet. Einige Beziehungen nahmen hier wohl ihren Anfang.

Aber allgemein stellt das kleine Häuschen auch ein Stück Geschichte dar. Die Menschen in der Region leben seit Jahrhunderten mit dem Fluss vor der Tür. Immer war damit auch die Sorge verbunden, dass die Saale sich eines Tages ausbreitet und die Orte erreicht.

Ein Blick in die Historie

Schon immer mussten die Menschen an der Saale den Fluss im Blick haben und bei Gefahr vor dem Wasser weichen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Mit dem Beginn des industriellen Zeitalters war es dann möglich geworden, den Fluss zu bändigen. Deiche sind es noch heute, die die Wassermassen bei Hochwasser von den Orten fern halten. Trotzdem war auch hier die Wachsamkeit wichtig. Denn auch Deiche, das wissen die Rosenburger, können brechen. Das Deichhaus steht auch für diesen Teil der Geschichte.

Und bis heute müssen die Bürger bei Hochwasser regelmäßig auf den Deichen Wache schieben und darauf achten, dass die Erdwälle an der Saale den Wassermassen auch standhalten. Daran hat sich nichts geändert.