Streckenliste für das Jagdjahr 2018/2019

Im Jagdjahr 2018/2019 sind im Salzlandkreis 4693 Haarwildtiere erlegt worden.

Darunter:

2394 Waschbären, 1419 Füchse, 284 Marderhunde, 224 Nutria, 195 Dachse, 112 Steinmarder, 19 Wildkaninchen, 17 Minke, 15 Baummarder und 14 Feldhasen.

Durch den Verkehr sind 474 Haarwildtiere getötet worden.

Zudem wurden laut der Streckenliste 1474 Federwildtiere erlegt.

Darunter:

279 Aaskrähen, 275 Elstern, 274 Stockenten, 204 Graugänse, 140 Saatgänse, 109 Fasane, 74 Ringeltauben, 56 Blässgänse, 37 Höckerschwäne, 13 Blässhühner, 8 Türkentauben und 5 Krickenten.

Durch den Verkehr sind 45 Federwildtiere getötet worden.

Außerdem haben die Jäger im Kreis 4354 Schalenwildtiere erlegt.

Darunter:

16 x Damwild, 8 x Muffelwild, 2599 x Rehwild und 1731 x Schwarzwild.

Durch den Verkehr sind 547 Schalenwildtiere gestorben.

Quelle: Streckenliste Salzlandkreis 2018/2019

Schönebeck/Staßfurt l Mit 2599 Abschüssen im Jagdjahr 2018/2019 ist Rehwild das am intensivsten bejagte Wild im Salzlandkreis. Dicht darauf folgt ein Tier, das hier eigentlich überhaupt nicht heimisch ist: der Waschbär. Laut Streckenliste wurden im vergangenen Jagdjahr 2394 von ihnen erlegt. Im Jagdjahr 2017/2018 waren es sogar 2467.

Die invasive Art hat sich in Deutschland – und auch im Salzland – breit gemacht. Die Bären scheinen sich hier wohl zu fühlen. Allerdings schaden die Raubtiere anderen Arten. „Waschbären sind bei uns ein großes Problem. Sie räubern die Nester der Gänse und Enten aus und dezimieren unsere Singvögel. Daher werden die Waschbären intensiv bejagt“, sagt Kreisjägermeister Jens Hennicke.

Negativer Einfluss

Ähnlich sieht das Hartwig von Bach, zuständig für das Jagdwesen in Sachsen-Anhalt beim Naturschutzbund (Nabu). Er sagt: „Der negative Einfluss des Waschbären auf verschiedene geschützte Arten in Sachsen-Anhalt ist festzustellen. Brutverluste bei Schwarzstorch, Rotmilan und Trauerschnäpper wurden dabei bereits nachgewiesen. Bei Arten wie Graureiher und Kormoran führt der Einfluss der Waschbären sogar zur Aufgabe ganzer Brutkolonien.“

Daher spricht sich der Nabu dafür aus, dass Waschbären und andere invasive Arten wie Mink oder Marderhund im Rahmen eines Wildtiermanagements reguliert werden. Ob die derzeitige Form seiner Bejagung, die Ausbreitung und Bestandshöhe wirklich einschränken könne, bleibe abzuwarten so von Bach.

4354 Schalenwildtiere erlegt

Ein Blick auf die Streckenliste zeigt auch: Mit insgesamt 4354 erlegten Tieren wurden 119 mehr Schalenwildtiere erlegt, als im Jagdjahr 2017/2018 und rund 800 mehr als, im Jagdjahr 2016/2017.

Sind die Jäger also einfach nur „schießwütig“? Nein. Denn die Abschüsse unterliegen Regelungen wie Kreisjägermeister Hennicke erklärt: „Der Schalenwildabschuss wird, außer dem Schwarzwild, jährlich durch die Revierinhaber geplant. Die Untere Jagdbehörde genehmigt, in Abstimmung mit dem Jagdbeirat, die eingereichten Pläne. Damit ist sichergestellt, dass nicht zu wenig und auch nicht zu viel Wild erlegt wird.“

Namensgebung durch Klauen

Zum Schalenwild zählen etwa Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild (siehe Infokasten). Der Name stammt von den Klauen der Paarhufer, die auch Schalen genannt werden.

Wie Hartwig von Bach mitteilt, begrüßt der Nabu angepasste Schalenwildbestände. „Besonders im Wald sind diese erforderlich, um den Wald nach Möglichkeit natürlich zu verjüngen oder ein Aufwachsen der Forstpflanzen ohne Zaun zu ermöglichen“, so von Bach. Die Wildtiere machen sich nämlich mit Vorliebe an jungen Bäumen zu schaffen und schädigen diese unter anderem durch Verbiss.

Sinnvolle Nutzung

Generell bekennt sich der Nabu zu einer naturverträglichen Jagd, wenn sie den Kriterien der Nachhaltigkeit und den ethischen Normen nicht widerspricht. Die erlegten Tiere sollten dabei sinnvoll genutzt werden – vorrangig durch Verzehr – und sie sollten in ihrem Bestand nicht gefährdet sein, teilt von Bach mit.

Zwar sind Höckerschwäne und Baummarder nicht in ihrem Bestand gefährdet, aber warum 37 Höckerschwäne und die 15 Baummarder erlegt worden sind, erschließt sich Hartwig von Bach nicht direkt. Laut dem Nabu-Mann sind Baummarder in Sachsen-Anhalt eher nicht besonders häufig anzutreffen.

Schwäne unterliegen Jagdrecht

Für den Kreisjägermeister erklärt sich das so: „Der Baummarder ist keine seltene Art. Er wird nur selten bejagt, was die niedrige Strecke ausmacht.“ Was die Schwäne angeht, so stellt Hennicke fest: „Höckerschwäne unterliegen, wie Wildschweine und Rehe, dem Jagdrecht. Daher können Sie zur entsprechenden Jagdzeit auch bejagt werden. In vielen Fällen helfen die Jäger mit dem Erlegen von Höckerschwänen den Landwirten.“ Die Tiere würden nämlich im Dezember und Januar immense Schäden auf Raps- und Weizenflächen verursachen, so Hennicke.