Großmühlingen l Eine gespannt-aufgeregte Stimmung erfüllte am Sonntagnachmittag zunächst die Terrasse von Jörg und Silke Helbeck in Großmühlingen. Schließlich stand das lang ersehnte Wohnzimmerkonzert mit dem deutschen Rockpoeten Heinz Rudolf Kunze kurz bevor. Ein einmaliges Erlebnis für die Helbecks, Angehörige und Freunde, die das Paar zu sich nach Hause eingeladen hatte. Bevor es aber soweit war, wurde auf der Terrasse gegrillt.

Ermöglicht hat dieses Wohnzimmerkonzert der MDR. Im Radio hatte der Sender MDR Sachsen-Anhalt das ganz private Konzert verlost. Hunderte Fans von Heinz Rudolf Kunze hatten teilgenommen, Jörg Helbeck aus Großmühlingen gewann es und holte den Rockpoeten so in sein Wohnzimmer nach Großmühlingen.

Dass das groß genug für so ein Konzert sein würde, stand außer Frage. Immerhin erstreckt sich das Wohnzimmer der Helbecks über das gesamte Obergeschoss ihres Hauses. Ein bisschen umgeräumt werden musste aber trotzdem, verriet das Paar kurz vor dem Konzert. Denn aus dem Essbereich wurde am Sonntag für einen Tag eine Konzertbühne. Da wo eigentlich der Esstisch der Familie steht, umringten drei Gitarren den Platz, den um Punkt 17 Uhr Heinz Rudolf Kunze einnahm, um zu singen – und zu philosophieren. So machte er seinem Ruf als Rockpoet auf ein Neues alles Ehre.

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Musik und Poesie im Einklang

Da ging es unter anderem darum, dass ein belgisches Bier mit dem gleichnamigen Corona-Virus in Verbindung gebracht wird, um gesellschaftlich auferlegten Verzicht, der letztlich aber nur „verkniffen und verbissen“ mache. Heinz Rudolf Kunze erzählte aber auch Anekdoten aus dem Musikerleben. So berichtete er den Helbecks und ihren Gästen von einem Videodreh in Berlin, bei dem er ein Eisbärenkostüm getragen habe – bei 300 Prozent Luftfeuchtigkeit und lauschigen 40 Grad. Oder davon, dass ihm beim Fotografieren für das Album „Brille“ stundenlang keiner gesagt habe, dass sein Haar ganz unordentlich gelegen habe.

Ganz unbekannt dürften solche poetischen Einlagen und Anekdoten von Heinz Rudolf Kunze Silke und Jörg Helbeck allerdings nicht gewesen sein. Schließlich waren die beiden schon bei mehreren Konzerten des Musikers. „Wir beiden halten ihn für den größten Rockpoeten mit sehr klugen Texten und mit Liedern, die einem so ein bisschen das Herz erweitern“, ist sich das Paar einig.

Und das hat Heinz Rudolf Kunze auch am Sonntag mit Liedern wie „Woran man mit mir war“, „So wie du bist“ und „Aller Herren Länder“, für das er auch die Mundharmonika spielte, wieder geschafft. Dieses Mal aber eben in ihrem eigenen Wohnzimmer, zwischen unzähligen Familienfotos und Zimmerpflanzen – und zwei besonderen Stehlampen.

Eine Stehlampe als Dankeschön

Die baut der 52-jährige Jörg Helbeck nämlich selber und ließ es sich nicht nehmen, dem Musiker nach dem Konzert eine dieser Lampen zu schenken. Die will sich Heinz Rudolf Kunze in sein Studio stellen, sagte er Jörg Helbeck zu. Denn das werde gerade eh neu gemacht.

Eine Zugabe gab es nach dem eigentlich einstündigen Konzert, über das der MDR im Radio berichtete, als Video live im Internet zeigte und auch im sozialen Netzwerk Facebook nutze, dann aber auch noch. „Ich spiele die Zugabe gleich“, erklärte der Musiker um 18 Uhr, erntete dafür schmunzeln und stimmte das Lied „Finden Sie Mabel!“ an. Ein Lied, das nicht nur die Helbecks, sondern auch ihre Gäste zum mitsingen animierte.

„Eine tolle Auswahl resümiert Jörg Helbeck nach dem Konzert und lud alle Gäste erneut auf die Terrasse ein – noch waren Grillwürstchen, Bier und Sekt schließlich nicht leer.

Ein nächstes Wohnzimmerkonzert, verlost vom Radiosender MDR Sachsen-Anhalt ist im Frühjahr geplant. Wer dann beim Gewinner des nächsten Konzerts dieser Art spielen wird und wie man sich überhaupt bewerben kann, werde ab Anfang April im Radio verraten, heißt es vom Sender.